S. V. Gunawardena – Verräter an Volk und Ex-Führer

Von der LTTEwatch-Redaktion vom 28. September 2015

Colombo – Die Geschichte des Sajin Vass Gunawardena hat das Zeug zum shakespear’schen Drama. Ein Herumtreiber und Kleinganove aus ärmlichen Verhältnissen, von Ex-Präsident Rajapaksa zufällig als fabelhafter „Ich-kümmere-mich“ entdeckt, der dessen persönlicher „Geheimsekretär“ wird und der ohne jemals gewählt worden zu sein, zum Abgeordneten der UPFA ernannt wurde. Der später zum „überwachenden Abgeordneten“ des Außenministeriums wird (und es de Facto übernimmt, mit allen chaotischen Konsequenzen) und „seine“ Leute dort unterbringt. Einer von Mahindas „Boys“, der ungestraft einen Diplomaten ohrfeigen durfte und sich massenhaft Pornos auf Staatskosten reinzog…

Sajin Vass Gunawardena war einer der ersten, die kassiert wurden, als es zum Machtwechsel kam. Wegen Unterschlagung von Regierungsfahrzeugen – vergleichsweise eine Lappalie, sieht man sich an, was sonst noch so gegen Gunawardena vorliegt.

Vier Monate verbrachte Gunawardena in Untersuchungshaft, wo er offenbar Zeit hatte nachzudenken – auch über ein Angebot, das man ihm offenbar gemacht hat. Und das er nun wohl angenommen hat, um den eigenen Kragen zu retten.

Gunawardena wurde vergangene Woche plötzlich gegen Kaution und strengen Auflagen entlassen.

Die Zeitung The Sunday Leader will auch schon erfahren haben, warum die Richter so plötzlich ihre Meinung änderten.

Sajin Vass Gunawardena, der unter dem Deckmantel des Abgeordneten das srilankische Volk um Millionen betrogen hat, betrügt nun offenbar auch seinen ehemaligen Auftraggeber, Ex-Präsident Mahinda Rajapaksa und dessen Clan. Er soll als Kronzeuge gegen seinen ehemaligen Herren aussagen und offenbar ist er schon dabei, seine bereitwillige Ko-operation gegenüber Kripo (CID) und dem Financial Crimes Investigations Department (FCID) zu zeigen.

Gunawardena gibt Details von Schmiergeldern Kommissionen heraus, die für Deals mit der ehemaligen Regierung an hochrangige Vertreter des Regimes gezahlt wurden – und die er selbst mit eingefädelt hat, heißt es von offizieller Seite. Es ist wohl nur noch eine Frage der Zeit, bis es auch dem Ex-Präsidenten vor Gericht an den Kragen geht. Und dabei fühlte er sich so sicher. Feixte, man solle ihm doch nachweisen, dass er Milliarden auf ausländische Privatkonten verfrachtet habe. Nun spricht einiges dafür, dass Sri Lankas Staatsanwaltschaft genau dies bald kann und tun wird.

Zufall? Fast zeitgleich mit der Kaution für Gunawardena hat die FCID den Vorsitzenden der Hayleys Group, Dhammika Perera, den Vorsitzenden der Pan Asia Bank, Nimal Perera, sowie den Vorsitzenden der Lanka Orix Leasing Company, Ishara Nanayakkara, vorgeladen. Der Vorwurf an alle Drei lautet: Geldwäsche in Zusammenhang mit der Übernahme des Sport-TV-Senders Charlton Sports Network durch den damaligen Marineoffiziersanwärter und Präsidentensohn Yoshita Rajapaksa, dessen Name auch im Zusammenhang mit dem Mord an Wasim Thajudeen fällt.

Gunawardena soll die drei Geschäftsleute dazu „überredet“ haben, in den Sender zu investieren, um „Einfluss“ zu gewinnen. Man darf gespannt sein, was Gunawardena noch so alles preis gibt, um die eigene Haut zu retten.

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