Wela Suda und der geheimnisvolle Digi-Cash-Zuwachs

Von der LTTEwatch-Redaktion vom 25. September 2015

ColomboKurz vor der Abwahl seines mächtigen Bruders als Präsident meinte Verteidigungsstaatssekretär und selbstberufener Städteverschlimmbessererschönerer Gotabhaya Rajapaksa den Beleg für den Aufschwung Colombos gefunden zu haben. Ausgerechnet im Jahresbericht eines Kreditkartenunternehmens, das bescheinigte, dass gerade in und um Colombo die Zunahme an E-Cash Produkten wie Handy-Banking in ungeahnten Ausmassen zunähme, ein Zeichen dafür, dass westlicher Wohlstand Einzug halte.

Seit der Festnahme des notorischen Drogenbarons Samatha Kumara alias Wela Suda im Januar, seiner Auslieferung an Sri Lanka und und den folgenden, schier endlosen Verhören weiß die srilankische Öffentlichkeit, woran der enorme Zuwachs an elektronischen Geldgeschäften gelegen haben mag. Abgesehen von dem enormen Zuwachs an neuen „Kunden“ für die Kripo…

Drogenschmuggler Wele Suda benutzte „eZ Cash“, ein für Smartphones entwickeltes Geldverkehrssystem, um seine Schmiergelder zu verteilen. Millionen von Rupien wechselten da, zunächst recht unverdächtig, den Besitzer.

Nach Auswertung der Telefondaten Wele Sudas stellte die Kripo (CID) fest, dass von den 174 Personen, die regelmässig auf diese Art bedacht wurden, allein 45 Schließer und Wärter, aber auch leitende Angestellte von Gefängnissen sind.

Nun wartet die Öffentlichkeit gespannt darauf, wer noch E-Cash von Suda bekam – eventuell der eine oder andere Politiker? Immerhin konnte der Mann jahrelang ungestraft und ungehindert seiner Tätigkeit nachgehen und ein enormes Vermögen ansammeln, das freilich mittlerweile konfisziert wurde.

Die neuen Erkenntnisse haben bereits zu weiteren Festnahmen geführt, weitere Festnahmen und Anklagen wegen Bestechlichkeit und Korruption im Dienst werden folgen.

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