Rajapaksas sollten nicht über Recht & Gerechtigkeit reden

Von der LTTEwatch-Redaktion vom 19. September 2015

ColomboDass er nicht zu den Hellsten im Lande zählt, merkt man ihm schon beim Sprechen an. Und für’s Schriftliche gibt’s schließlich die von Papa bezahlten Ghostwriter.

Er ist ein Sunnyboy, ein Baby Face, dem jegliches Schuldgefühl von den gestrengen Eltern ausgetrieben wurde – nur zum Besten der stolzen Rajapkasa-Dynastie. Er sieht es gern, wenn er als Womanizer beschrieben wird, obwohl er sich mit auffällig vielen jungen gutaussehenden Männern umgibt.

Und er ist Sri Lankas „erster artifizielller Anwalt“, weil er, abgesondert von Kollegen, in einem Raum, der mit einem funktionierenden Internetanschluß versehen war, seine Prüfung ablegen durfte. Einen korrupten Rechtsprofessor, der sich damals Außenminister nennen durfte, stets zur Stelle. Man munkelt, ihm seien schon Tage vorher die Aufgaben zugestellt worden – um wirklich auf Nummer sicher zu können.

Er ist Namal Rajapaksa, jüngst wiedergewählter Abgeordneter aus dem Bezirk Hambantota, derzeit ohne Karrierechancen und er hat wieder einmal gesprochen.

Ungefragt, aber sehr entlarvend, meinte ausgerechnet er, sich äußern zu müssen. Thema: Der vorgesehene „Hybrid-Gerichtshof“ bestehend aus lokalen und internationalen Richtern, die über mögliche Kriegsverbrechen urteilen sollen. Der Fake-Anwalt Namal sprach: Dies sei eine Beleidigung des Rechtssystems Sri Lankas, man brauche keine internationale Hilfe, um in Sri Lanka für Recht & Gerechtigkeit zu sorgen.

Ach ja?

Kurzer Flashback:
– Unter der Ägide seines Vaters wurden Demonstranten, die in Rathupaswala für sauberes Trinkwasser auf die Straße gingen, von Armee und Polizei niedergeknüppelt. Bei mehreren Schußwechseln starben mindestens zwei Menschen, viel wurden verletzt; sauberes Trinkwasser gibt es immer noch nicht. Der zuständige Polizeischerge wurde zur Belohnung für sein brutales  Ver Vorgehen als Botschafter nach Brasilien geschickt, der Verantwortliche bei der Armee als Botschafter in die Türkei.

– Die amtierende höchste Richterin des Landes wurde prompt und auf ebenso illegale wie unwürdige Weise hres Amtes enthoben, als sie die Verfassungsfeindlichkeit eines Gesetzesentwurfs des Rajapaksa Regimes befand.

– Noch immer gibt es keine Ergebnisse bei der Suche nach den Mördern des Jouranlisten Lasantha Weckrematunge und anderen, mehr oder minder prominenten Regimekritikern.

– Die namentlich bekannten Mörder von fünf Studenten aus Trincomalee , sowie die Killer von 17 Angestellten einer französichen Hilfsorganisation aus Muttur laufen noch immer frei herum.

– Ein enger Vertrauter des ehemaligen Regimechefs bindet einen angeblich faulen Beamten öffentlich unter lautstarken Beschimpfungen an einen Baum. Der Abgeordnete wird prompt zum Minister für „Public Relations“ ernannt, das Opfer muss aus Angst um sein Leben aus dem Land fliehen. Der Ex-Minister, schon lange als wichtigster Drogenimporteur des Landes bekannt, ist nicht mehr in der Regierung – aber noch immer auf freiem Fuss.

Journalisten beschreiben, wie der Rajapaksa Clan das Land belügen und sich am Staatshaushalt bedienen – kurze Zeit später sind die Journalisten verschwunden. Wenn sie Glück hatten, konnten sie das Land verlassen bevor man sie umbringt.

– Diese Liste von eklatanten Verstößen gegen Recht und Gesetz die das Rajapaksa Regime selbst tätigte oder billigte ließe sich ab absurdum weiter fortführen…

Außenminister Mangala Samaraweera hat völlig korrekt angemerkt, dass weder Namal noch sein Vater irgendein Recht hätten, die Justiz des Landes mit ungefragten Kommentaren abzudecken: „ Der eine hat bei der Examensprüfung zum Anwalt betrogen, der andere das Land um sein Rechtssystem…“

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