Sirisenas UNO-Auftritt: keine Pornos, Minibars für Mini-Delegation

Von der LTTEwatch-Redaktion vom 17. September 2015

ColomboFür den anstehenden Besuch Präsident Sirisenas in New York zur Vollversammlung der UNO gibt es klare Anweisungen und Richtlinien an die begleitenden Delegation, die deutlich überschaubarer ausfallen wird, als unter Vorgänger Rajapaksa. Keine Minibar-Nutzung, keine Limousinen, keine Shopping-Ausfläge, keine Pornos im Hotel. Und letzteres sollte gute Mittelklasse sein, nicht mehr. Der verschwenderische Umgang mit Staatsgeldern ist unter dem asketischen Präsidenten Sirisena tabu.

Im letzten Jahr und im Jahr zuvor war Ex-Präsident Rajapaksa mit einer über 100-köpfigen Entourage von Verwandten, Familienmitgliedern und Schergen angereist, hatte stets eine ganze Etage im Waldorf Astoria gemietet. Allein die Suite des Präsidenten schlug mit 10.000 Dollar pro Nacht zu Buche. Zehn Luxus-Limousinen waren jeweils angemietet worden, um die Verwandtschaft sicher zum Power-Shopping zu bringen. Beim begleitenden Abgeordneten Sajin Vaas Gunawardena, ein enger Kumpel und „Best Boy“ des Ex-Präsidenten, waren allein die Kosten für Minibar und Bezahlfernsehen im Hotel höher, als die Kosten für sein Zimmer. Die (politisch völlig nutzlose) Sause von Rajapaksa & Co. kostete Sri Lanka Abertausende.

In New York aber zeichnete sich auch das nahende Ende des Rajapaksa Regimes ab. Dort nämlich war es, wo jener Sajin Vaas im Suff den damaligen Hochkommissar Sri Lankas in Großbritannien, Dr. Chris Nonis, vor versammelter Mannschaft ohrfeigte – die daraus resultierende, peinliche Affäre zeigte auf, wie korrupt und machtbesessen der Rajapaksa-Clan war – und noch immer ist.

Sajin Vaas ist wegen seines verschwenderischen Umgangs (sowied er illegalen Aneignung) staatlicher Mittel seit Monaten in Haft und wartet auf seinen Prozess, das geschasste Ohrfeigen-Opfer Nonis ist wieder „im Geschäft“ und der zweimal abgewählte Ex-Präsident ist nur noch ein Parlaments-Hinterbänkler, der im heimischen Dorf Medamulana verzweifelt versucht, das gebastelte Denkmal seiner selbst irgendwie zu bewahren.

Scheint, als habe Maithripala Sirisena, zu jenen Zeiten noch Gesundheitsminister, aus den Fehlern der Rajapaksas gelernt. Am 23. September wird Sirisena mit seiner Delegation in New York erwartet, am 24. soll Sirisena vor der Vollversammlung sprechen. Es ist eine mit großer Spannung erwartete Rede.

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