Neues in den Fällen von Ekneligoda und Thajudeen

Von der LTTEwatch-Redaktion vom 11. September 2015

Colombo – Neues im Fall des verschwundenen Journalisten Prageeth Ekneligoda: Die srilankische Kripo (CID) hat, nach entsprechenden Aussagen des bereits festgenommenen Oberstleutnant Shammi Kumararatne, drei weitere verdächtige Offiziere verhaftet.

Kumararatne soll es auch gewesen sei, der auf Anweisung des damaligen Staatssekretärs der Verteidigung, Gotabhaya Rajapaksa, der Miliz von Vinayagamoorthy Muralitharan alias Karuna Amman 1000 T56 Sturmgewehre, dazu je 4 Magazine samt Munition quasi als Erstausstattung der geheimen Privattruppe übergeben hatte.

Amman selbst hatte erst kürzlich behauptet, er habe nie ein solche Miliz unterhalten. In den letzten Monaten des Krieges soll diese Miliz für Terror und Schrecken unter Zivilisten gesorgt haben, die in den ehemals von der LTTE besetzten Gebieten lebten.

Es gibt bereits eine Anweisung des Generalstaatsanwalts, das Militärlager von Giritale von der Kripo nach Spuren untersuchen zu lassen. In dem Lager soll Ekneliyagoda nach seiner Entführung verbracht und zunächst verhört worden sein. Der für den eigentlichen Durchsuchungsbefehl zuständige Magistrat hat sich bislang jedoch geweigert, dem Untersuchungsverlangen nachzugeben. Auch er ist wohl in den ehemaligen Staatssekretär Gotabhaya Rajapakasa so „verliebt“, dass er dem nicht schaden möchte, denn der soll hinter der ganzen Affäre als Befehlsgeber stecken.

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Neues auch im Fall des ermordeten Rugbyspielers Waseem Thajudeen. Der ehemalige Amtsarzt, der die ursprünglich Obduktion der Leiche vornahm und zunächst nichts verdächtiges gefunden haben will, gibt nun zu, dass die Verletzungen, die der Körper aufwies, durchaus von „einem Angriff“ und „so etwas wie Folter“ stammen könnten, zugefügt, bevor die Täter den halbtot geprügelten und bewusstlosen Thajudeen in sein Auto setzte, ihn anzündete und das führungslose Fahrzeug gegen eine Wand fahren ließ.

Der Generalstaatsanwalt bestätigte inzwischen, dass es gegen Zeugen massive Drohungen gegeben habe und wohl noch immer gibt und ordnete eine Untersuchung an.

Auch das teure Telefon des Rugbyspielers, das aus dem „Unfallauto“ entfernt worden war, ist inzwischen aufgetaucht – offenbar bei einem an dem Fall Unbeteiligten, der das teure Telefon als gebraucht von einem Unbekannten gekauft und genutzt hatte.

Das Telefon wurde nun der Universität von Colombo und deren Abteilung für Computer Wissenschaften zur Untersuchung übergeben. Geprüft wird derzeit auch, wer den SUV gefahren hatte, mit der Rugbyspieler kurz vor seinem Tod entführt worden war. Das Fahrzeug stammt aus dem Fuhrpark der Stiftung von Shiranthi Rajapaksa, Gattin des Ex-Präsidenten.

Alle Untersuchungsergebnisse sollen am 22. Oktober vor Gericht präsentiert werden.

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Neu vor dem von Präsident Sirisena ins Leben gerufene Untersuchungsausschuß über Korruption bei staatlichen Organgen während der abgewählten Vorgänger-Regierung (Presidential Commission of Inquiry = PCoI): Shashindra Rajapaksa, Sohn von Chamal und somit Neffe des Expräsidenten.

Als ehemaliger Ministerpräsident der Uva-Provinz soll er staatliche Gelder für private Geschäfte und den persönlichen Gebrauch benutzt haben. Auch nach mehrstündigen Erklärungsversuchen seinerseits, seien die wichtigsten Fragen nicht geklärt, so ein Sprecher der PCoI. „Die Vorwürfe bleiben nach wie vor bestehen.“

Wenn dem so ist, dürfte es demnächst zu einer Anzeige und Klageschrift gegen Shashindra Rajapaksa kommen.

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