CBK sicher: Auf MR-Wahlsieg wäre ein Blutbad gefolgt

Von der LTTEwatch-Redaktion vom 5. September

Neu Delhi – Wäre es Mahinda Rajapaksa gelungen bei den Parlamentswahlen im August erneut die Macht an sich zu reißen, hätte es danach viele Tote, ja ein Blutbad gegeben, sagte die Vorgängerin, Chandrika Bandarainaike Kumaratunga (CBK) gegenüber einer ausgewählten Runde indischer Journalisten in Neu Delhi.

Ex-Präsidentin CBK, die eine wichtige, wenn nicht die Schlüsselrolle bei der doppelten Abwahl Rajapaksa spielte, indem sie Premier Wickremasinghe mit Präsident Sirisena zusammenbrachte – als der eine noch stellvertretender Chef der SLFP und der andere der als Dauerverlierer veräppelte Führer der größte Oppositionspartei UNP.

CBK hatte klar erkannt, dass die beiden „miteinander können könnten“, und zog und zieht ihre Fäden; die daraus entstandene Idee einer „Nationalen Regierung“, ein Motto des Dynamischen Duos Sirisena/Wickremasinghe, manifestiert sich gerade – in großen Verrenkungen und unter erstem, krachenden Brechen von Wahlversprechungen. Es hagelt Kritik – aus den eigenen Reihen.

Derzeit bereitet CBK als Gast von Indiens Premier Narendra Modi den ersten offiziellen Auslandsbesuch von Lankas Premier Ranil Wickremasinghe nach dessen Wiederwahl vor. Der Premier sucht verstärkt den Schulterschluss mit Modi, der mit überwältigender Mehrheit an die Macht kam – unter anderem mit dem eindeutigen Versprechen, die Korruption zu bekämpfen.

Vermutlich das derzeit herausragendes Beispiel von häßlicher „Real-Politik“ vs. hübscher „Demokratischer Utopien“  – Sirisena bleibt nichts anderes übrig, als mit einem ziemlich desolaten Haufen von narcoleptischen Ersten Dienern des Staates seinem Ziel entgegenzustreben. Kompromiss nennen so etwas wohl nur beinharte Optimisten .

Man kann nur hoffen, dass wenigstens die zweite Reihe der Ministerienungetümen (Minister of Tourism Development & Christian Affairs, Minister of Postal Service & Muslim Affairs (?!) oder Minister of University Education & Highways (WTF?)mit hochkarätigen wie fachkundigen Beamten besetzt wird.

CBK warnte in Indien ausdrücklich vor Mahinda Rajapaksa: „Sein einziges Ziel war und ist es, mit einer Rückkehr zur Macht zu verhindern, dass die Klagen wegen Korruption nicht zu Urteilen kommen.“ Rajapaksa habe den Traum nicht aufgegeben, irgendwie wieder an die Macht zu kommen, noch nicht aufgegeben, sagte sie weiter.

Sie verwarf den Vorwurf Rajapaksas, Indien habe dabei mitgewirkt, ihn zu besiegen, ins Reich der Märchen, mit denen Rajapaksa versuche, Ruf und Ehre aufrecht zu erhalten und verzweifelt nach Sündenböcken zu suchen. „Die Menschen Sri Lankas wissen, wie Demokratie geht!“

CBK, die noch vor nicht allzu langer Zeit verlauten ließ, sie wolle nie wieder etwas mit Politik zu tun haben, wird wieder in die aktive Politik einsteigen. Unter anderem wird sie die sogenannte Nationale Versöhnungs-Kommission leiten. „Wir sind gerade dabei, Tamilen endlich ihre Land zurückzugeben. Wir gehen aktiv dem Verschwindenlassen von Menschen in den letzten Jahren nach und wir wollen über die gerechte Aufteilung von staatlicher Macht und Befügnissen sprechen. Und natürlich wird Indien bei diesem Prozess eine wichtige Rolle spielen.“

CBK, der man nachsagt, dass sie einen Rajapaksa-Loyalisten auf zehn Meter am (Angst-?) Geruch (vor ihr?) erkennen könne, soll auch in der von Präsident Sirisena geleiteten Kommission sitzen, die bestimmen wird, mit wem welche Führungsposten an den Spitzen der staatlichen Organe zu besetzen ist.

Einwandfreie Führungszeugnisse sowie größtmögliche Entfernung vom Rajapaksa Clan werden künftig ein wichtiger Bestandteil srilankischer Bewerbungsschreiben um Beamtenjobs sein.z_p03-CartoonDank an: Sunday Observer

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