Amtsmissbrauch: Gotabhaya Rajapaksa wieder zum Verhör

Von der LTTEwatch-Redaktion vom 4. September 2015

Colombo – Der ehemalige Staatssekretär des Verteidigungsministeriums, Präsidentenbruder und mutmassliche Kriegsverbecher Gotabhaya Rajapaksa wurde gestern (Donnerstag) erneut vor die Untersuchungskommission des Präsidenten (Presidential Commission of Inquiry = PCoI) einbestellt, die von Präsident Sirisena ins Leben gerufen wurde, um schweren Betrug, Korruption und Machtmissbrauch, sowie den Missbrauch staatlicher Mittel und Privilegien in der Amtszeit seines Vorgängers zu untersuchen. Rajapaksa musste nun schon zum zweiten Mal Aussagen über mehrere Vorwürfe gegen ihn machen.

Bereits am 24. August war Gotabhaya Rajapaksa vorgeladen. Damals sollte er über die dubiosen Aktivitäten der von  ihm während seiner Amtszeit gegründeten privaten Sicherheitsfirma „Rakna Arakshaka Lanka“ (RAL) aussagen. Mit dieser Firma hatte der umtriebige Gotabhaya schnell ein Monopol aufgebaut; sämtliche staatlichen Behörden, die Sicherheitsdienste benötigten, waren gezwungen, die RAL damit zu beauftragen.

Der leitende Staatssekretär der Untersuchungskommission, Lacille De Silva, sagte gegenüber der Presse, der ehemalige Staatssekretär wurde aufgefordert, zu mehreren schweren Vorwürfen von Missbrauch staatlichen Eigentums und Mitteln auszusagen, die zum Wahlkampf seines Bruders, Ex-Präsident Mahinda Rajapaksa eingesetzt worden waren.

Neben Gotabhaya Rajapaksa wurde inzwischen auch der ehemalige Abgeordnete und Mordverdächtige Duminda Silva, der Provincial Councelor der Westprovinz, Upali Kodikara, der Bürgermeister von Dehiwela-Mount Lavinia, Dhanasiri Amaratunga sowie fünf weitere, ehemalige Angehörige des Rajapaksa Regimes von der Kommission vorgeladen und vernommen.

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