Rajapaksas Eitelkeits-Flughafen hebt ab – als Reislager

Von der LTTEwatch-Redaktion vom 3. September 2015

ColomboEines von Mahinda Rajapaksa „Größenwahn-Projekten“, der Mattala Rajapaksa International Airport (MRIA) hebt endlich ab – und verdient Geld. Allerdings nicht als Flughafen, sondern als Reislager. Dies in einem Versuch, die Kosten des 210 Millionen Dollar teuren, bislang ungenutzten Bauwerks, das lediglich der Eitelkeit des geschassten Ex-Präsidenten diente, zu minimieren.

Lediglich Fly Dubai Budgetträger fliegt den Airport im Distrikt Hambantota fünfmal pro Woche an, ansonsten röstet der nigelnagelneue Airport in der sengenden Sonne des Südens vor sich hin. Die Nutzung eines der Frachtterminals als Reislager stört den überschaubaren Flugbetrieb in keiner Weise.

Nachdem Chamal Rajapaksa, der ältere Bruder des Präsidenten, eine Demonstration angekündigt vorhergesehen hatte, gab es anfänglichen Widerstand in Form einer Gruppe von 80 bestellten Rajapaksa-Anhängern, die von zwei lokalen UPFA-Mitgliedern aufgewiegelt worden waren. Die örtliche Polizei löste die skurrile Obstruktion auf, ein paar der Demonstranten, die handgreiflich wurden, landeten vorübergehend in Polizeigewahrsam.

Die noch nie genutzten Lagerhallen waren bislang ein Paradies für Tauben. Zunächst musste deshalb tonnenweise Vogelkot entfernt werden, um die anschließend desinfizierten Hallen als Lagerstätte für überschüssigen Reis nutzen zu können.

Sri Lankan Airlines stoppte alle Flüge nach MRIA unmittelbar nach dem der ehemaligen Präsidenten Rajapaksa bei den Wahlen im Januar besiegt. Rajapaksa hatte die Airline dazu verdonnert, MRIA anzufliegen.

Die hochdefizitäre und jahrelang unter dem krassen Missmanagement eines Rajapaksa-Verwandten leidende Fluggesellschaft schätzt, dass sie allein durch die Einstellung des unsinnigen Umwegs zum Flughafen Colombos Mehrkosten in Höhe von $ 18 Millionen pro Jahr einsparen kann.

Auf einer Vogel-Wanderroute und mitten in einem Naturschutzgebiet mit chinesischem Geld erbaut, wurde der Flughafen von vielen Piloten bereits als „katastrophal“ eingestuft wegen der vielen Unfälle durch Kollisionen bei den wenigen Flügen, die tatsächlich seit seiner Eröffnung stattfanden. Ein srilankischer Airbus wurde gleich beim ersten Testflug Opfer einer solchen Kollision, die trotz zersplitterter Cockpit-Scheibe glimpflich für die Fluggäste ausging.

Präsident Rajapaksa ignoriert während seiner Amtszeit routinemässig Machbarkeitsstudien oder Warnungen von Umweltschützern und ließ in seinem Heimatbezirk ebenso aufwändige wie nutzlose Eitelkeits-Großbauten errichten.

Dazu gehören eine riesige (und ungenutzte) Verkehrs- und Verwaltungs-Infrastruktur, eine Tiefseehafen, der nicht von großen Schiffen befahren werden kann, da ein unverrückbarer Felsen die Einfahrt blockiert, sechsspurige Autobahnen, die von niemandem befahren werden (außer den Söhnen des Ex-Präsidenten mit deren Edelkarrossen), ein leerstehendes „internationales“ Konferenzzentrum, ein riesiges Cricket-Stadion, das ungenutzt mehr und mehr zuwuchert sowie ein Botanischer Garten in Hambantota, in dem Pflanzen ausgestellt sind, die in dieser extremen Trockenzone ohne Unmengen von Wasser, das in der Gegend äußerst knapp ist, nicht überleben können.

Der ganze, dünnbesiedelte Bezirk galt vor der Bebauung als Paradies für frei lebende Elefanten, Leoparden und Bären, die nun nicht mehr wissen, wohin. Immer öfter kommt es deshalb zu Konflikten mit den Anwohnern.

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