Justiz-Skandal: Staatsanwalt hält „K.P.“ für „nicht schuldig“

Von der LTTEwatch-Redaktion vom 1. September 2015

Colombo – Wie aus einem einst international gesuchten Waffenschieber und Terrorgehilfen ein Unschuldslamm wird, demonstrierte die srilankische Generalstaatsanwaltschaft, die sich mit diesem unqualifizierten Statement als Fünfte Kolonne der offenbar noch immer aktiven Rajapakasa-Fraktion outet. Nach Aussagen des zuständigen Staatsanwaltes gibt es im Fall des LTTE-Waffenschiebers und letzten Anführers der Terrororganisation Kumaran Padmanathan alias „K.P.“ bislang „keine Anhaltspunkte für von ihm verübte Straftaten“.

Die JVP (Janatha Vimukthi Peramuna) hatte im Februar, nach der Abwahl Rajapaksa, vor Gericht Klage gegen „K.P.“ eingereicht, der seit Jahren, seit seiner Festnahme in Kuala Lumpur und klammheimlichen Überstellung nach Sri Lanka, unter besonderem staatlichen Schutz steht und dem bislang kein Prozess gemacht wurde. Wird es nun nie dazu kommen?

Insgesamt 193 Klagepunkte umfasst die Anzeige der JVP gegen „K.P.“, dem „Tamil Tiger, der seine Streifen abwarf“: Da geht es um illegal erworbene Waffen im Wert von Millionen von Dollars, das Schmuggeln von Tonnen von Waffen und Kriegsgerät sowie Drogen ins Land sowie beispielsweise um den latenten Vorwurf, dass „K.P.“ an der Ermordung des ehemaligen indischen Ministerpräsidenten Rajiv Ghandi beteiligt gewesen sein soll; ein Grund, warum Indien „K.P.“ so gerne ausgeliefert hätte.

Doch der Staatsanwalt sieht, so gab er es gegenüber Richter Vijith Malalgoda bekannt, „bisher“ keinen Grund, gegen „K.P.“ vorzugehen. Nicht nur der Richter, sondern auch der klagende Anwalt zeigten sich nach dieser Aussage verblüfft. Vor allem der Teil mit „bisher“ sorgt für Verwunderung. Welchen Teil der Vorwürfe hat den die Staatsanwaltschaft untersucht, um zu dieser Erkenntnis zu kommen? Und warum heißt es im Nebensatz: Die Ermittlungen gegen „K.P.“ sind noch im Gange, und es brauche mehr Zeit, um die Untersuchungen abzuschließen?

Der nächste Termin in dieser Sache ist nun für den 28. Oktober angesetzt.

Vielleicht sollte die Staatsanwaltschaft sich einmal ein ausführliches Interview mit „K.P.“ zu Gemüte führen, in dem „K.P.“ Mitleid heischend selbst um „Vergebung für die von ihm begangenen Straftaten“ bittet.

Nicht nur im Falle von „K.P.“ gibt es offenbar noch immer Kräfte in der Justiz, die Gerechtigkeit mit allen – auch absurden – Mitteln und Massnahmen verhindern wollen. Es gibt noch viel zu tun in Sachen Bestechlichkeit und Korruption im Lande, in dem selbst die Korruptionsjäger als Inbegriff der Korruption gelten.

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