Wer steckt wirklich hinter dem Mord an L. Kadirgamar?

Von der LTTEwatch-Redaktion vom 31. August 2015

Colombo – Vor zehn Jahren, am 12. August 2005 nachts krachten in Colombos streng bewachtem Regierungsviertel Schüsse. Auf dem Gelände seines Hauses trafen die Schüsse den damaligen Außenminister Lakshman Kadrigamar tödlich. Als Christ und Tamile genoss Lakshman Kadirgamar bei weiten Teilen der srilankischen Bevölkerung, aber auch in der Welt der Diplomatie großes Ansehen. Sofort nach dem Anschlag wurden die Tamil Tigers beschuldigt, den Mord begangen zu haben. Doch wie sonst üblich zu schweigen, wiegelten die Tigers ab. Sie hätten nichts mit dem Mord zu tun.

Lakshman Kadirgamar war es, dem es gelang, die internationalen Gemeinschaft davon überzeugte, dass die LTTE eine international tätige Terrororganisation ist – und viele Länder folgten seiner Forderung und verhängten ein Verbot gegen die LTTE.

Die damalige Präsidentin, Chandrika Kumaratunga Bandaranaike rief sofort nach der Tat den Ausnahmezustand aus und ernannte zehn Tage später ihren Bruder Anura Bandaranaike zu Kadirgamars Nachfolger.

Schon damals stellte sich die drängende Frage, wie der oder die Attentäter in das streng bewachte Diplomatenviertel eindringen – und nach der Tat ungesehen verschwinden konnten.

Nun fordert auch Kadirgamars Tochter Ajita, sowie andere Mitglieder ihrer Familie, dass die neue Regierung die Untersuchungen von damals noch einmal aufrollt.

Auf den Groll vieler Tamilen auf ihren Vater wegen des internationalen LTTE-Verbots während eines Interviews mit Ceylon Today angesprochen, sagte seine Tochter: „Es gibt viele andere Faktoren. es ist zu leicht, die LTTE zu beschuldigen. Sie könnten ihre Finger im Spiel gehabt haben – aber es könnte auch jemand anderer verübt haben, wer weiß das schon? In den vergangenen zehn Jahren ist es zur traurigen Norm geworden, dass Morde und andere Verbrechen nicht ordnungsgemäß untersucht worden sind… es gibt auch in diesem Fall zu viele offenen Fragen.“

Offenbar ist die Familie aber auch aus anderem Grunde sauer. Das Rajapaksa Regime, korrupt bis auf die Gräten, hat sich die Familien-Länderein der Kadirgamars in der Gegend von Jaffna angeeignet, angeblich weil es keinen Grundbucheintrag gab.

„Wie kann jemand behaupten, dass es keinen Grundbucheintrag gab?“, sagt Ajita Kadirgamar. „Die Dokumente sind jederzeit einsehbar. Nun steht einer dieser Präsidenten Paläste (von M. Rajapaksa) auf dem Grundstück.“

Rajapaksa hat sich während seiner Amtszeit überall im Lande herrschaftliche Paläste bauen lassen. Die Familie Kadirgamar hofft darauf, dass die neue Regierung ihren Wunsch nach einer neuen Untersuchung des Mordfalls nachkommt.

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