Rätselhaft: Wie starb Velupillai Prabhakaran?

Von der LTTEwatch-Redaktion vom 31. August 2015

Colombo – Für den ehemaligen stellvertretenden Minister und Ex-LTTE-Anführer Karuna Amman alias Vinayagamoorthy Muralitharan brechen unsichere Zeiten an. Seit sein Schutzherr, Mahinda Rajapaksa mit seinem fürchterlichen Regime in der Mülltonne der srilankischen Geschichte gelandet ist, muss auch Muralitharan damit rechnen, dass der Staatsanwalt an seine Tür klopft. Noch immer ungeklärt ist der Mord an 600 Polizisten, an dem Muralitharan beteiligt gewesen sein soll.

Die Frage stellt sich, was Muralitharan mit seinem jüngsten Interview mit einem indischen Sender bezweckt. Dort behauptete er kürzlich, dass sein ehemaliger Chef, LTTE-Gründer und Führer Velupillai Prabhakaran Selbstmord begangen habe, indem er sich in den Kopf schoss, Frau und Tochter des Terroristenchefs seien vorher bei Granateinschlägen ums Leben gekommen.

Außerdem sagte der feine Herr Muralitharan, dass er Prabahkaran noch immer als Führer respektiere und dass er einst ein enger Vertrauter des Terrorchefs gewesen sei. Er habe die LTTE nie betrogen, sagte Muralitharan.

Ganz anders die Beschreibung der Umstände von Prabhakarans Tod, die an anderer Stelle nun publik wurden. Demnach hätten drei Soldaten den Leichnam Prabhakarans aufgefunden. Er habe Schaum vor dem Mund gehabt, wie es der Fall beim Zerbeissen einer Zyanid-Kapsel der Fall ist. Der Leichnam sei von 17 Getreuen umgeben gewesen, die allesamt Zyanid geschluckt hätten; in ihren Waffen habe sich kein einziger Schuss mehr befunden.

Der Leichnam Prabhakarans sei zunächst nach Colombo verbracht worden. Dort sei eine Untersuchung und Identifizierung (durch Muralitharan?) des Leichnams erfolgt. Der Kopfschuss sei der Leiche zugefügt worden, um die singhalesichen Wähler für Mahinda Rajapaksa einzustimmen und an der Legende zu stricken, Prabhakaran habe selbst nicht Selbstmord begangen, obwohl er dies allen LTTE-Kadern befohlen habe, die im Kampf gegen die srilankische Armee keinen Schuss mehr in der Waffe haben.

Anderen Berichten zufolge habe Prabhakaran noch gelebt, als er nach Colombo verfrachtet wurde. Dort soll er gefoltert und dann getötet worden sein. Mysteriös: Von den Soldaten, die den Leichnam Prabhakarans gefunden hatten, fehlt jede Spur…

Mit der Kopfwunde und in Beisein von Muralitharan wurde der unbekleidete Leichnam im singhalesichen Fernsehen präsentiert, wobei Muralitharan so tat, als würde er die Leiche zum ersten Mal sehen. Er selbst behauptete damals in Interviews, dass Prabhakaran von srilankischen Truppen erschossen worden sei. 102427_ltte