Sampur Ländereien werden an Besitzer übergeben

Von der LTTEwatch-Redaktion vom 27. August 2015

Colombo – Der Chef der Tamil National Alliance (TNA), R. Sampanthan hat die Entscheidung der Maithripala Sirisena Regierung begrüßt, 1055 Morgen (etwa 263 Hektar) Land in und um Sampur in der östlichen Provinz an tamilischen Bauern zurückzugeben. Sampanthan beschrieben die Rückgabe als „sehr großen Erfolg“ des jahrelangen Kampfes um die Rückgabe dieser Ländereien, die während des Krieges gegen die LTTE beschlagnahmt worden waren und auch nach dem Krieg besetzt von der Armee und der Marine blieben.

Am vergangenen Samstag übergaben Präsident Maithripala Sirisena sowie die ehemalige Präsidentin Chandrika Kumaratunga Bandaranaike feierlich 25 der ursprünglichen Besitzer ihre Grundbucheinträge in Form von Urkunden. Die 25 stehen symbolisch für 1.272 Familien aus Sampur, die im Jahr 2006, also zu Beginn des Eelam Krieges IV, vertrieben worden waren.

Die neue Regierung ist erpicht darauf, die im Krieg beschlagnahmten Ländereien schnellst möglich zurückzugeben. Dies soll in  Phasen geschehen, so dass Armee- und Navy-Lager ordnungsgemäss geräumt werden können. Bisher konnten bereits ein knappes Viertel oder 285 der Familien wieder auf ihr Land zurückgekehrt.

Allerdings sind die Rückkehrer besorgt über die Umweltauswirkungen des von Indien errichteten Kohlekraftwerks mit 500 MW Leistung in Sampur. „Dies ist eine landwirtschaftlich genutzte Gegend mit 30 bis 40 Bewässerungstanks. Ein Kohlekraftwerk könnte schädlich für die Atmosphäre und die Umgebung sein. Wir haben Indien aufgefordert, das Kraftwerk anderswo hinzusetzen und uns stattdessen Einrichtungen für die landwirtschaftliche Nutzung, sowie für die Nutzung von kleinen Industrie-Betrieben und der Tourismusentwicklung zur Verfügung zu stellen“, sagte Kumarasamy Nakesvaran, Sprecher der einst Vertriebenen.

Der TNA-Mann Sampanthan ist in dieser Hinsicht vorsichtiger – und deutlich bemüht, die Regierung nicht zu verärgern. „Einige bilaterale Abkommen über Sampur wurden bereits unterzeichnet. Zur Zeit müssen wir uns auf die positive Entwicklung bei der Landwirtschaft, der Beschaffung von Wohnraum und der Beschäftigung zu konzentrieren. Wir werden mit anderen Problemen fertig, wenn wir darauf zu kommen“, sagte er.

Indische Beamte sagten, dass eine detaillierte Umweltverträglichkeitsstudie derzeit erstellt werde.

Die Inder legen außerdem Wert darauf, festzustellen, dass es nicht ihrer Idee war, das Kraftwerk in Sampur zu bauen. Vielmehr bestand Ex-Präsident Rajapaksa aus angeblich strategischen Überlegungen heraus darauf, das Kraftwerk dort zu erbauen.

Indiens Wahl war ursprünglich China Bay, gleich neben dem Hafen von Trincomalee, wo das Kraftwerk auch deutlich näher an jenen neuen Industrien ist, die es prädominant nutzen werden. Rajapaksa zwang jedoch die indischen Kraftwerkbauer, es in Sampur zu platzieren. Auch soll bei diesem Deal erhebliches Geld in die Privatschatulle des Ex-Präsidenten geflossen sein.

Über weitere Unterstützung müssen sich die Heimkehrer vorerst wohl keine Sorgen machen. Die USA haben nach dem Bekanntwerden der Rückgabe der Ländereien, die Rajapaksa als Faustpfand und Druckmittel gegen die Tamilen des Nordens einsetzte, spontan finanzielle Unterstützung in Millionenhohe für die Wiederansiedler zur Verfügung gestellt.

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