Weitere Fortschritte im Fall Prageeth Eknelygoda

Von der LTTEwatch-Redaktion vom 26. August 2015

New York/Colombo – Die in New York ansässige, internationale Organisation für Pressefreiheit, das Committee to Protect Journalists (CPJ) begrüßte die Verhaftung von vier srilankischen Armee-Angehörigen, die dem Anschein nach in das Verschwinden und die (wahrscheinliche) Ermordung des Journalisten Prageeth Eknaligoda im Jahr 2010 verwickelt sind.

„Wir sehen uns bestärkt durch die Fortschritte im Fall des Prageeth Eknelygoda. Wenn die Regierung von Präsident Maithripala Sirisena endlich das Rätsel um das Verschwinden des Journalisten löst, kann die Familie Eknelygoda endlich Abschließen in ihrer langen Suche, Gerechtigkeit zu finden“, schriebt Bob Dietz, der Asien-Programm-Koordinator der CPJ in einer Erklärung.

Die Verhaftungen kommen nach einer Zusage von Präsident Maithripala Sirisena, die Untersuchung im Fall Eknelygoda wieder zueröffnen.

„Dennoch ist Eknelygoda bei leibe nicht der einzige verschundene Journalist oder Menschenrechtler. Mindestens neun Journalisten wurden in direktem Zusammenhang mit ihrer Arbeit unter dem Regime (zunächst als Premierminister , dann als Präsident) von Mahinda Rajapaksa ermordet. Es ist wichtig, dass die neue Regierung die verantwortlichen Mörder vor Gericht stellt und dass damit der srilankischen Kreislauf der Straflosigkeit für schlimmste Verbrechen ein für alle mal unterbrochen wird.“

Eknelygoda, ein Journalist und Karkaturist, der für die stets leicht hysterische wirkende Nachrichten-Website „Lanka-eNews“ tätig war, wird seit den Tagen der Präsidentschaftswahlen von 2010 vermisst. Angebliche war er dabei, die Korruption unter den Familienmitgliedern des ehemaligen Präsidenten Mahinda Rajapaksa aufzudecken. Das sagt seine Frau, Sandhya Eknelygoda, die heute hohen Besuch bekam.

Das CPJ hat – wie andere Menschenrechtsorganisationen, Websites und Blogs auch – haben wiederholt die srilankischen Behörden aufgerufen, den Fall des Verschwindens von Eknelygoda ordnungsgemäß zu untersuchen und die Täter zur Rechenschaft zu ziehen.

Sri Lanka landete 2014 auf dem 4. Platz des „Impunity-Index“ von CPJ, eine Negativliste der Länder, in denen Journalisten gewöhnlich nicht alt werden und ständig ums eigene Leben fürchten müssen.

Erste Einzelheiten der Vernehmung jener vier Offiziere der SLA sind bekannt geworden. Laut verschiedenen Websites haben die Vier verraten, dass die srilankische Armee ein „gefakte“ LTTE-Einsatz-Gruppe unterhielt; allesamt schwerstens bewaffnete Ex-LTTE-ler, die als Spione im Dienste der Rajapaksas gegen die LTTE quasi von innen heraus vorging. Diese Gruppe hatte ihren Parkplatz in einem geheimen Camp in Giritale – und sie hatte offenbar Kontakt zu Prageeth Ekneligoda, der sich mehrfach im Camp aufhielt. Dies soll einer der mittlerweile festgenommenen Spione, Suresh Kumar, Kampfname Thavendran ausgesagt haben vor der Kripo ausgesagt haben.

Thavendran soll mittlerweile auch von einigen der Aktionen berichtet haben, zu denen er und seine Gruppe beauftragt wurden. Während seiner Zeit in der LTTE, vor seiner Gefangennahme, hatte Thavendran für den ehemaligen Geheimdienstchef der KTTE, Kapil Amman gearbeitet.

Die Fake-LTTE-Gruppe unterstand direkt dem Verteidigungsministerium. Damals Minister: Mahinda Rajapaksa; sein Staatssekretär in diesem Ministerium: Gotabhaya Rajapaksa.

Die Idee zu dieser Terrorgruppe für Terroristen soll allerdings ein anderer gehabt haben. Der gerade eben zum Feldmarschall und dann bei der Wahl fürchterlich abgewatschte Feldmarschall Sarath Fonseka soll als einer der nächsten zu diesem Fall verhört werden, ebenso Gotabhaya Rajapaksa.

Außerdem noch eine ganze Reihe weiterer, hoher Militärs.

Lt. Col. Kumara Ratnayake, Lt. Col. Siriwardena, Staff Sergeant Rajapakse sowie Corporal Jayalath, ein Sergeant Major sowie Suresh Kumar sind bislang im Zusammenhang mit Ekneligodas Verschwinden festgenommen worden.

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