Wie versprochen: FCID-Investigationen nach den Wahlen

Von der LTTEwatch-Redaktion vom 24. August 2015

Colombo – Während mit allerlei (und dem üblichen) politischem Kuhhandel das Duo Sirisena/Wickremasinghe noch an der künftigen Regierung Sri Lankas bastelt und dabei die politische Landschaft gehörig aufwirbeln, gehen die kriminalistischen Untersuchungen der FCID (Polizei-Abteilung für Finanzkriminalität) und der CID (Kripo) gegen Mitglieder und Unterstützer des Regimes des nun schon zum zweiten Mal in einer Wahl besiegten Mahinda Rajapaksa wie versprochen weiter.

Für den Ex-Präsidenten, der nun als einfacher Hinterbänkler seinen Dienst am Volk tun will, kann die Wahl selbst noch ein böses Nachspiel haben. In einem den Medien zugespielten Geheimdienstbericht will die verfassende SIS (State Intelligence Service) wie Rajapaksa eine in „Tempeln basierte, neo-faschistische Bewegung“ aufgebaut haben, deren hauptsächliche Funktion der persönliche Schutz des Rajapaksa Clans sein soll. Kann sein, dass Gerichte bald diese Frage zu beantworten haben: Eine Bande von Schlägern, die sich da um den Ex-Präsident geschart hat – oder ist dies der Beginn der Bildung einer radikal-singhalesischen Terrorbande? Nach dem gescheiterten Putschversuch nach der Wahl im Januar – ist dies nun Rajapaksas jüngster Versuch, irgendwie wieder an die Macht zu kommen?

In der Sache des verschwundenen Journalisten Prageeth Eknaligoda werden derzeit zwei Oberstleutnants, ein Feldwebel sowie ein Unteroffizier intensiv verhört. Formell wurde der CID die Festnahmen und das Verhör der vier Soldaten von der Armeeleitung erlaubt.

Der Führer der NFF, Schreihals Wimal Weerawansa, wurde um eine Erklärung bei FCID gebeten. Darüber, wie er es in so kurzer Zeit (als Minister) und wie es dazu kam, dass er als Wohnungsbauminister seinen Verwandten Häuser zu Spottpreis vermitteln und er selbst zu solchen Reichtümern gelangen konnte. Weerawansas Gattin musste schon vorher den untersuchenden Beamten erklären, wie sie zu einem Diplomatenausweis kam (der sie auch noch ein paar Jahre jünger machte). Außerdem wollte man von ihr wissen, wie sie sich wohl den plötzlichen Reichtum ihres Gatten erklärt.

Um illegal erwirtschaftete Gelder durch dubiose „Sicherheits“-Firmen, sowie um Bestechung und den Missbrauch staatlicher Gelder und Mittel geht es bei Gotabhaya Rajapaksa – neben einigen anderen Klagen, die noch anliegen.

In der Mordsache Lasantha Manilal Wickrematunge, dem ehemaligen Gründer und Herausgeber des (wieder lesbaren) Sunday Leader tut sich derzeit zu wenig, obwohl es einen eindeutig Beschuldigten gibt. Das wird sich ändern müssen.

Vom ehemaligen Gouverneur der Zentralbank Ajith Nivard Cabraal möchte man gerne wissen, wohin gewisse Geldströme geflossen sind und warum er absichtlich nachteilige Deals für Sri Lanka an der Börse einging.

Auch Brandstifter Udaya Gammanpila, der sich in letzter Zeit als inoffizielles Sprachrohr des gescheiterten Premieraspiranten Rajapaksa gerierte und ansonsten als Parade-Buddhist seine Rolle gefunden hat, soll eine australischen Geschäftsmann um zig-Tausen Dollar erleichtert haben.

Die eine Untersuchung, auf deren Ergebnis alle zu warten scheinen, steht demnächst noch an. Man darf gespannt sein, wie die neue Regierung mit dem Thema Vergangenheitsbewältigung und Kriegsverbrechen umgehen wird.

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