Sirisena feuert Generalsekretäre der UPFA und der SLFP

Von der LTTEwatch-Redaktion vom 14. August 2015

Colombo – Und Rumms! Der nächste Paukenschlag in Sri Lankas Politik, wo dieser Tage eine echte griechische Tragikömidie gegeben wird.

Das Distrikt Gericht in Colombo hat heute eine einstweilige Verfügung gegen Anura Priyadhaarshana Yapa sowie gegen Susil Premajayantha, die beiden Generalsekretäre der SLFP respektive der UPFA-Koalition (unter Führung der SLFP) verfügt, die beiden Herrschaften die Ausübung ihrer Position bis zum 28. August 2015 untersagt. Auch ihre Parteimitgliedschaft wurde supendiert. Beiden wurde damit, von jetzt auf gleich, quasi der Stuhl unter den Vier Buchstaben weggezogen – und die Posten, auf denen sie sich sicher wähnten. Sie haben mit sofortiger Wirkung offiziell buchstäblich nichts mehr zu sagen.

Eingereicht wurde die Klage von den beiden von Präsident Sirisena bestimmten Nachfolger Minister Duminda Dissanayake als der „Acting General Secretary of the Sri Lanka Freedom Party (SLFP)“ sowie von dem ehemaligen Minister Prof. Vishwa Warnapala als ebenfalls „Acting General Secretary“ der United People’s Freedom Alliance (UPFA). Beide Sirisena treu ergeben.

Präsident Maithripala Sirisena will Ruhe in den beiden Parteien, denen er als Führer vorsteht. Und er will zeigen, dass die Zeit, ihm auf der Nase herumzutanzen, vorbei ist. Mit den beiden Spaltpilzen Yapa und Premajayantha war es ein Ding der Unmöglichkeit, die hehren Ideen der „Good Governance“ umzusetzen. Wie flatternde Fähnchen im Wind oszillierten sie zwischen ihrem Herrn, Präsident Maithripala Sirisena und ihrem wahren Herren, Ex-Präsident Mahinda Rajapaka, nicht nur örtlich, ebenso in ihren Aussagen.

Die gefeuerten Generalsekretäre schreien Zeter und Mordio, doch wird ihnen das nichts nützen. Einstweilen.

Der Schachzug, der ein echter Befreiungsschlag von Sirisena ist, kommt völlig überraschen und er ist so rabiat wie geschickt, denn erst nach der Wahl am 17. 8., wenn die Würfel in dieser Wahl längst gefallen sind, werden die Gerichte feststellen, ob die Absetzung der beiden „wahren Verräter am srilankischen Volk“ (O-Ton CBK) Yapa und Premajayantha rechtens war, oder nicht.

Sirisena zeigt noch einmal Flagge und haut auf die Pauke, drei Tage vor der Wahl des neuen Parlaments. Er wird wohl das letzte Wort in diesem Wahlkampf haben.

Die beiden frisch geschassten Parteisekretäre, beide belastet durch Vorwürfe von Korruption und Vorteilsannahme, beriefen eilig eine Pressekonferenz ein, und verließen nach dem Absingen schmutziger Lieder den Saal in Richtung ihres wahren Herren, der in Kandy auf Wahlkampf weilt. Und vermutlich auch schmollt, weil Präsident Sirisena ihn, den großen Ex-KönigPräsidenten mit einen bitterbösen Brief so blosgestellt hat.

Wie zu hören, hat die fristlose Kündigung von Yapa und Premajayantha heillose Verwirrung im Lager des Ex-Präsidenten ausgelöst, seine Wahlkampagne bricht endgültig in sich zusammen, trotz beharrlicher, anders lautender Behauptungen.

Beide Parteisekretäre galten als zuverlässige „Ohren“ und gleichzeitig Lautsprecher des Ex-Präsidenten, obgleich sie Sirisena die Treue geschworen hatten. Innerparteilich gab es schon lange den Rat an den Parteichef Sirisena, die beiden rauszuwerfen.

Mit seinem Brief vom Vortag hat Maithripala Sirisena dem Ex-Präsidenten („…hör’ auf mit Rassismus zu spielen“) politisch die Ohren langgezogen. Heute hat er sie ihm beide abgeschnitten.

Ob Mordgerüchte, drohende Verfahren wegen Kriegsverbrechen, die intensive Suche nach den gebunkerten Geldern, und immer neue Klagen wegen Misswirtschaft oder nun den Verlust seines doppelten Horchpostens im neuen Zentrum der Macht in Sri Lanka, Mahinda Rajapaksa, der so überbordend siegesgewiss in den Wahlkampf vor ein paar Wochen einstieg, wirkt mehr und mehr isoliert.

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