Neue Überraschung im Mordfall Wasim Thajudeen

Von der LTTEwatch-Redaktion vom 14. August 2015

Colombo – Neue, brisante Wendung im Fall des ermordeten Rugbystars Wasim Thajudeen. Während die Kripo noch zu verifizieren versucht, wie ein Fahrzeug des Roten Kreuzes, das die Organisation an die Stiftung von Shiranthi Rajapaksa übergeben hatte, dazu genutzt werden konnte, um Thajudeen vor seiner Ermordung zu entführen, tauchte auf der Facebook Site des wortstarken Rajapaksa-Kritikers und UNP-Kandidaten Ranjan Ramanayake unvermittelt eine Serie von Fotos auf, die den Wagen bei der Übergabe zeigt.

Auf dem Bild zu sehen: Shiranti Rajapaksa neben den srilankischen Vertretern des Roten Kreuzes. Das Fahrzeug im Hintergrund ist das fragliche; das Kennzeichen des Defenders ist gut zu erkennen und auch seine ursprüngliche Farbe. Denn das Fahrzeug wurde – vor dem/für den Einsatz bei der Entführung? – in Schwarz umgespritzt.

Nun hilft auch kein Leugnen mehr, und auch die flugs, und ohne das Original zu kennen, von Polit-Lautsprechern der Rajapaksa-Fraktion geäußerte Behauptung, das Foto sei „eine Fälschung“ zieht nicht wirklich.

Die Verbindung zwischen dem Mord und den Rajapaksas ist somit zweifelsfrei offenbart. Wer aber gab den Befehl zu dem Mord? Warum musste Thajudeen, der überaus beliebt war, sterben? Was geschah wirklich vor dem angeblichen Unfall, der sich als Mord herausstellte?

Dieser letzten Frage geht mittlerweile ein dreiköpfiges, forensisches Team nach, das den Leichnam Thujadeens untersucht, der am vergangenen Montag exhumiert worden war. Während der Exhumierung gab es eine Protestaktion rund um den Friedhof, bei der eine große Schar Menschen Anti-Rajapaksa-Schilder trugen und laut skandierend die Aufklärung des Falles verlangten.

Das Rote Kreuz distanziert sich von dem Fall und erklärte (Original Pressetext unten), man habe den Wagen zwar an die Stiftung der damaligen „First Lady“ übergeben, wisse aber nicht, was danach mit dem Wagen geschah, noch, wozu man ihn bei der Stiftung nutzte. Genau das aber könnte das Rite Kreuz noch in Schwierigkeiten bringen, denn eine Stiftung hat, zumindest nach deutschem Recht, die Pflicht, sicherzustellen, dass Mittel, die Dritten zur Verfügung gestellt werden, auch für den Zweck genutzt werden, für den sie gespendet wurden. Im Falle der Siriliya Saviya Foundation war dies angeblich der Transport von Kranken und Siechen.

Als die Exhumierung anstand, meldeten sich ungefragt Vertreter der Rajapaksa-Fraktion bei den Medien und behaupteten, dass diese Exhumierung, ohnehin nur aus „politischen Gründen“ angesetzt, außerdem dem erklärtem Willen der Familie widerspräche.

Eine glatte Lüge, wie sich schon bei der Exhumierung herausstellte. Viele Familienangehörige waren dabei, identifizierten die Grabstelle. Und nun meldet sich auch noch die Schwester des Ermordeten zu Wort.

Unittelbar nach dem Tod habe man Anzeige gegen Unbekannt gestellt, weil sich niemand in der Familie vorstellen konnte, dass es bei dem merkwürdigen Unfall am 17. Mai 2012 mit rechten Dingen zugegangen sein konnte. Es war der Beginn einer langen Leidensgeschichte der Familie.

Eineinhalb Jahre habe es gedauert, bis der damals zuständige Gerichtsmediziner die Ursache des Todes festgestellt habe, weitere eineinhalb Jahr habe der Mann gebraucht, um seinen Bericht abzugeben, sagte Aisha Thajudeen. Es habe gute Gründe gehabt, warum ihre Familie bislang geschwiegen habe, und es sei auch klar, dass versucht worden sei, den Fall im Sande verlaufen zu lassen. Ihre Familie habe in diesen drei Jahren keinerlei Unterstützung erfahren – um das eigene Leben bedacht, habe man es vorgezogen, zu Schweigen.

Nun aber, so Aisha Thajudeen, habe sich das politische Klima geändert, man habe das Vertrauen in Recht und Gesetz zurückgewonnen und vertraue darauf, dass der Tod ihres Bruders nicht nur gesühnt werde, sondern auch, dass der oder die Täter bestraft würden.

Auf die Frage, ob sie denn glaube, dass der Sohn eines prominenten Politikers (Yoshita Rajapaksa) hinter dem Tod ihres Bruders stecke, sagte Aisha, dass sie sich angesichts des laufenden Verfahrens dazu nicht äußern will.

Shiranti Rajapaksa schient zu ahnen, was ihrem Sohn blühen könnte. Wie berichtet hatt die ehemalige First Lady, die offenbar noch immer glaubt, eine Art Monarchin zu sein, Premier Ranil Wickremasinghe angerufen und verlangt, dass dieser dafür Sorge tragen möge, dass die Untersuchungen im Fall Thajudeen eingestellt werden. Der Premier ließ die Gatten des Präsidenten erst fordern, dann betteln – und schließlich abblitzen. Die neue Regierung, so erklärte er Frau Rajapaksa, habe nicht vor, sich in laufende Fälle der Justiz einzumischen, sagte er, bevor er auflegte.Thajudeen_pic_3-640x360
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Erklärung des Roten Kreuzes: (Original)

Statement of Clarification – on the vehicle loaned to Siriliya Saviya Foundation
posted on: 10-08-2015
FOR IMMEDIATE RELEASE

The Sri Lanka Red Cross Society would like to clarify and provide information to the public about the vehicle that was loaned to the Siriliya Saviya Foundation.

Sri Lanka Red Cross (then Ceylon Red Cross) was founded in 1936 and was later ratified by the Geneva Convention of 12th August 1949 and the UN resolution 55 (1) recognizing it as a National Society which is Auxiliary to the Government of its established country, in its humanitarian activities. We have the right to act upon our Fundamental Principles of Humanity, Impartiality, Neutrality, Independence, Voluntary Service, Unity and Universality.

On the 21st of June 2011 an official communique was raised to our Chairman (President) Mr. Jagath Abeysinghe by the Secretary of the Siriliya Saviya Foundation Ms. Kumari Dissanayake requesting support for transportation for its health related work for women and children.
Accordingly on the 22nd of June 2011, our Chairman (President) wrote officially to the Minister of Social Welfare at that time, Former Minister Felix Perera seeking his advice on the next course of action for Sri Lanka Red Cross to take on this matter.

On the 27th of June 2011, the Minister of Social Welfare Former Minister Felix Perera wrote back with his consent and concur, while requesting Sri Lanka Red Cross to proceed in providing the said support towards transportation to the Siriliya Saviya Foundation. The Minister also emphasized to Sri Lanka Red Cross that this opportunity to support the Siriliya Saviya Foundation should be considered as a privilege to serve the most vulnerable people of Sri Lanka.
Accordingly a defender bearing the number plate WP – KA 0642 was handed over to the Chairperson of the Siriliya Saviya Foundation Former First Lady Mrs. Shiranthi Rajapakse on the 11th of August 2011.

On the 20th January 2015, the Transport Manager of Sri Lanka Red Cross retrieved the said vehicle from the Siriliya Saviya Foundation.

We would like to inform the public that Sri Lanka Red Cross Society is unaware of the activities and maintenance of this vehicle from the period of August 2011 to until the time the vehicle was retrieved in this year as it was entrusted to the Siriliya Saviya Foundation.

On 30th June 2015, the Criminal Investigation Department (CID) requested our President and our Director General to provide statements on the change of color of the said vehicle, to which both has provided all information known, to the authorities. The vehicle is now in the procession of the Criminal Investigation Department.

Sri Lanka Red Cross will continue to provide accurate information to the authorities over the matter in the coming days as well.

For more information please contact Mr. Naveendra Senaratne – Media Focal Point of Sri Lanka Red Cross on 0773 171 087 or Mr. Mahieash Johnney – Senior Manager for Communications & Humanitarian Diplomacy on 0773 502 156

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