Durchbruch im Fall Eknaligoda: Armee beteiligt

Von der LTTEwatch-Redaktion vom 11. August 2015

Colombo – Die Kripo Sri Lankas vermeldet einen Durchbruch in den Nachforschungen über den Verbleib des Journalisten und Karikaturisten Prageeth Eknaligoda. Eknaligoda war am 24. Januar 2010 im Vorfeld der damals anstehenden Wahlen in Rajagiriya entführt worden.

Der in diesem Zusammenhang festgenommene Sergeant Major der Armee hat nun im Verhör gestanden, dass er Eknaligoda drei Tage später im Militärlager von Girithale verhört habe. Es ging nach seiner Aussage um ein geplantes Buch Eknaligodas, das den Titel „Der (Rajapaksa) Stammbaum“ (pawul gaha) sowie um seine angeblichen Verbindung zum ehemaligen Befehlshaber der Armee, dem heutigen Feldmarschall Sarath Fonseka, der damals als Gegenkandidat zu Mahinda Rajapaksa zur Wahl antrat.

Sergeant Major Ran Banda sagte aus, dass Eknaligoda nach dem Verhör von einem Major abgeholt und weggebracht wurde mit den Worten, der Journalist müsse nun „irgendwo hin“ (gamanak yanne thiyenawa). Danach, so der Sergeant Major, habe er nichts mehr gehört noch gesehen von Eknaligoda.

Auch die beiden ehemaligen LTTE-Kader, Kanapathipillai Suresh alias Satya Master und Sumathipalan Suresh alias Nagulan die im Zusammenhang mit der Eknaligoda-Entführung festgenommen wurden, werden weiter verhört. die beiden sollen Angehörige des militärischen Nachrichtendienstes sein und haben möglicherweise die Entführung Eknaligodas durchgeführt. Die Frage ist nun: auf wessen Befehl hin?

Der damalige Befehlshaber des Militärlagers in Girithale war General-Major Jagath Wijesuriya, ein enger Vertrauter und Gefolgsmann des damaligen Staatssekretärs der Verteidigung, Präsidentenbruder Gotabhaya Rajapaksa. Wijesuriya, Spitzname in der Armee „Vieh Dieb“ (harak hora), war in den 90ern wegen eines Viehdiebstahls angeklagt gewesen, sein damaliger Vorgesetzter, General Sarath Fonseka hatte ihn daraufhin degradiert zum Colonel.

2010, nach der illegalen Festnahme des Kriegshelden Sarath Fonseka (unter Beteiligung von Wijesuriya) hatte Gotabhaya Rajapaksa den einst geschassten Colonel zum General-Major befördert, ihm die Leitung des Militärlagers in Girithale übertragen und ihn später sogar zum stellvertretenden Botschafter Sri Lankas in Japan bestellen lassen. Mittlerweile befindet sich Wijesuriya wieder auf der Insel und in Rente.

Es wird erwartet, dass Jagath Wijesuriya als nächstes verhört wird. Sollte Eknaligoda in Girithale ermordet worden sein, wäre der Mord unter Wijesuriyas Kommando geschehen. Mit Sicherheit aber hat Wijesuriya die Befehle Gotabhaya Rajapaksas befolgt – auch dem würde dann ein Verhör in der Sache Eknalogoda bevorstehen.

Klar ist durch diese neuen Erkenntnisse auch, warum das Rajapaksa Regime all die Jahre kein Interesse an der Aufklärung des Falles hatte.

Sandhya Eknaligoda, die Frau des Entführten, hat mittlerweile den neuen Kommandanten der Armee, Lieutenant General Chrishanthe de Silva aufgefordert, die Untersuchungen in dem Fall zu unterstützen und den Untersuchungsbehörden Zugangzu Militärlagern zu gewähren, in denen Mitwisser vermutet werden.

Sie sagte, dass die möglicherweise beteiligten Soldaten sich in Lebensgefahr befänden, da den Rajapaksas alle Mittel recht seien, ihre Missetaten zu vertuschen.

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