Mordfall Thajudeen: Yoshitha Rajapaksa beteiligt?

Von der LTTEwatch-Redaktion vom 30. Juli 2015

Colombo – Gestern reichte die srilankische Kripo (CID) einen Antrag beim Gericht von Colombo ein, ein Strafverfahren wiederzueröffnen; dabei geht es um die Ermordung des Rugby-Spieler Wasim Thajudeen. Grund für das Wiederaufnahme-Gesuch: Der Mord wurde bislang als Unfall deklariert.

Wasim, ein bekannter wie beliebter Rugbyspieler  wurde tot am 16. Mai 2012 in seinem verbrannten Autowrack aufgefunden. Es gab einige Auffälligkeiten: Der Geldbeutel des Opfers fehlte. Er wurde einige Zeit später als Fundsache in einem anderen Ort bei der Polizei abgegeben. Bei der Obduktion wurde entdeckt, dass der Mann nicht mehr am Leben war, als sein Körper im Auto verbrannte. Andere spuren wurden wohl auf „Anweisung von oben“ gänzlich unterdrückt – oder wissentlich fehlinterpretiert. Nach einer erneuten Untersuchung stellt sich nun heraus, dass Wasim vor seinem Tod gefoltert worden war; auch fand man in seinen Lungen kein Kohlenmonoxid, was bedeutet, dass er den Brand nicht erlebt hatte. Die Kripo kommt in dem Gesuch nun zu dem „eindeutigen Schluss“: das war Mord.

Berichten zufolge, die schon kurz nach dem Tod auf diversen Online-News-Portalen erschienen waren,  wird die Schuld am Tod Wasim Thajudeens einem der Söhne des Ex-Präsidenten Mahinda Rajapaksa unterstellt, der bis zu dessen Abwahl selbst bei der Nationalauswahl der Rugbymannschaft spielen durfte. Yoshitha Rajapaksa soll massiv bei der Vertuschung des Verbrechens beteiligt gewesen sein. Er soll versucht haben, Thajudeen die Freundin auszuspannen. Thajudeen soll sich dies lautstark verbeten haben.

Die neu entdeckte Details deuten auf ein konspirative geplantes Verbrechen hin – bis hin zu den offenbar bestochenen Polizeibeamten, welche die Erstermittlung im Fall Wasim Thajudeen leiteten. Das Gericht hat nun die Obduktionsberichte verlangt und überlegt, externe Spezialisten hinzuzuziehen.

Die Asian Human Rights Commission hat zu diesem ungeheuerlichen Verbrechen ein Statement verbreitet:

„Diese Art der Vertuschung von Verbrechen war während des Mahinda Rajapaksa-Regimes sehr verbreitet. Die lange Liste der vertuschten Straftaten umfasst Mord, Entführung, Drogenhandel, Korruption und Missbrauch von staatlichen Ressourcen. Die Gerichte beschäftigen sich bereits mit den „starken Männern“ des abgewählten Regimes, darunter Basil Rajapaksa, einem einst mächtigen Minister, der ein Bruder des ehemaligen Präsidenten ist. Viele weitere Untersuchungen – auch gegen die sogenannte erste Familie – stehen noch aus.

Das einzige Ziel der United Peoples Freedom Alliance (UPFA), deren Wahlkampf vom ehemaligen Präsidenten Mahinda Rajapaksa geführt wird, ist es, diesen verbrecherischen Stil des alten Regimes wieder einzuführen, der darauf gerichtet ist, das Strafrecht von Sri Lanka zu unterlaufen, um damit wieder ein günstiges Umfeld zu schaffen für Korruption, Machtmissbrauch und andere Verbrechen.

Der neu gewählte Präsident Maithripala Sirisena hat gerade das Land über diese Gefahr durch eine Fernsehansprache an die Nation eindringlich gewarnt.

Die Kernfrage an die Wähler bei der Wahl am 17. August dreht sich um die komplette Aussetzung der Strafjustiz und das aktive Lähmen aller staatlichen Stellen, deren Aufgabe es ist, die Rechtsstaatlichkeit zu schützen, so wie es unter Rajapaksa war. Und wie er und die UPFA es wieder haben wollen.

Sri Lanka, das mehrere Jahrzehnte unter der Gesetzlosigkeit gelitten hat, wird noch einmal konfrontiert mit der drohenden Möglichkeit des Zusammenbruchs aller seiner Gerechtigkeits-Institutionen.

Das Land fängt gerade erst an, zu funktionierenden Justizinstitutionen zurückzufinden, so unzureichend diese momentan noch sind.

Dies ist Zeit, sie dazu zu bringen, effizienter zu arbeiten; es ist nicht die Zeit, die Justiz der weiteren Verrottung auszusetzen, wie sie es während des Rajapaksa Regimes war.

Es ist die Pflicht aller Bürger, alles zu tun alles, was sie tun können, um eine solche Katastrophe zu verhindern.“

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