Folter und sexuelle Gewalt in Sri Lanka 2009-15

Von der LTTEwatch-Redaktion vom 28. Juli 2015

Colombo – Ein neuer Bericht des ITJP stellt fest, dass die tamilischen Gemeinschaft Sri Lankas noch immer systematische Verfolgung immer durch Folter, Vergewaltigung, illegalen Inhaftierungen und Tötungen ausgesetzt ist, die offenbar vom Staate ausgeht.

Der Bericht des Internationalen Truth & Justice Project, einem Projekt der Stiftung für Menschenrechte in Südafrika, durch Justiz-Expertin Yasmin Sooka herausgegeben, die auch Mitglied des „UN-Expertengremium für Sri Lanka nach dem Krieg“ war, zeigt auf, wie die Anwendung von Folter und sexueller Gewalt noch immer Teil einer koordinierten Politik ist.

Der Bericht mit dem Titel „Der unvollendete Krieg: Sri Lankas Überlebende von Folter und sexueller Gewalt bercihten – 2009-2015“ geht so weit, Folterer und Vergewaltiger namentlich zu identifizieren.

In dem Bericht werden auch 41 Hafteinrichtungen, einschließlich der offiziell noch immer verleugneten Geheimlager identifiziert, in denen, so sagen die Opfer sagen, sie nach dem Krieg missbraucht wurden.

Der Bericht enthüllt die Fortsetzung der staatlich organisierten Entführungen, der Folter und sexuellen Gewalt gegen tamilische Zivilisten durch die Sicherheitskräfte noch lange nach dem Regierungswechsel im Januar 2015.

Die Geschichten der Opfer sind erschütternd, viele sind schwer traumatisiert und leiden weiterhin seelisch noch lange nach ihrer Inhaftierung. Ihre Familien leiden auch – in Form von Repressalien. Mehr als ein Viertel der befragt 155 Opfer sagte, dass Sippenhaft herrsche – Familienangehörige würden streng bestraft, wenn es Verfolgten gelingt, ins Ausland zu fliehen.

Der Bericht warnt die internationale Gemeinschaft davor, den Opfern dieses Konflikts nicht gerecht zu werden, wenn sie nicht handelte. Die Herausgeber empfehlen, dem UN-Sicherheitsrat den Bericht an den Ankläger des Internationalen Strafgerichtshofs wegen des weiteren Vorgehens zu übergeben, damit die Schuldigen verurteilt werden können.

„Die baulichen Strukturen der Grausamkeit, die für diese ethnische Verfolgung verwendet werden, um politische Unterdrückung, Erpressung und Rache auszuüben, sind auch sechs Jahre nach dem Ende des Krieges nciht verschwunden,“ heißt es in dem Bericht.

„Wir zeigen die GPS-Koordinaten für die geheime Haftanstalt des Marine-Gehiemdienstes im Trincomalee Naval Dockyard, sowie Namen und Fotos von Folterern und Wachen, die dort arbeiteten. In Vavuniya ist es das Joseph Camp, das als Basis für militärische Entführung durch  Teams mit den berüchtigten „weißen Lieferwagen“  (White Vans), so der Bericht.

„Allerdings stellen die 41 Lager, die wir identifiziert haben, nur einen Bruchteil der staatlich betriebenen Folterorte in Sri Lanka dar, weil viele Opfer keine Ahnung haben, wohin sie verbracht wurden, um gefoltert zu werden, da sie mit verbundenen Augen transportiert wurden.“

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