TGTE: Unterschriften soll Sri Lanka vor den ICC bringen

Von der LTTEwatch-Redaktion vom 16. Juli 2015

New York – Über eine Million Unterschriften will das selbsternannt Transnational Government of Tamil Eelam (TGTE), angeführt von LTTE-Anwalt V. Rudrakumaran

mittels einer Petition innerhalb der vergangenen vier Monate gesammelt haben, die in insgesamt 15 Sprachen auf einer Website erschien. Die Petition will erreichen, dass Sri Lanka vor das ICC gestellt werden soll, den Internationalen Gerichtshof in Den Haag. DIE TGTE ist mittlerweile mit ihrer Forderung nach einem eigenen tamilischen Staat auf Sri Lanka, wie ihn die LTTE mit Waffengewalt erreichen wollte, allein auf weiter Flur.

In der Petition heißt es, dass ein interner Bericht der UNO von bis zu 70.000 toten tamilischen Zivilsten allein in den ersten sechs Monaten des Jahres 2009 ausgeht, die durch Schuld der srilankischen Armee starben.

Beiden Seiten des fast 30 Jahre währenden Bürgerkrieges – LTTE wie Sri Lankas Armee – werden von internationalen Beobachtern Kriegsverbrechen gerade in der letzten Phase des Krieges vorgeworfen.

Während der mittlerweile zum Feldherrn ernannte Ex-General und Kriegsheld Sarath Fonseka sich mehrfach bereit erklärt hat, vor einer solchen Gerichtsbarkeit auszusagen, wollen der damalige Präsident (und Verteidigungsminister) Mahinda Rajapaksa sowie sein Bruder und (damaliger) Staatssekretär der Verteidigung, Gotabhaya Rajapaksa davon nichts wissen.

Analysten gehen davon aus, dass Rajapaksa, der sich mittels Tricksereien seiner Parteifreunde und Spießgesellen zur anstehenden Parlamentswahl nominieren hat lassen können – gegen den erklärten Willen des amtierenden Präsidenten – diesen erneuten Vorstoß der TGTE als gefundenes Kanonenfutter für seinen Wahlkampf nutzen wird.

Die TGTE glaube nicht daran, so hieß es in einer Erklärung, dass ein interner, rein nationaler Prozess bei der Wahrheitsfindung und der Bestrafung der Schuldigen keine Gerechtigkeit bringen werde. Man verweist auf einen anderen Bericht von UNO-Experten, der besagt, dass in Sri Lanka nicht das politische Klima herrsche, Gerechtigkeit für die Tamilen und eine gerechte Bestrafung der Schuldigen zu erwirken. Abgesehen davon hätten mehrfach diverse Sprecher der srilankischen Regierung versprochen, es werde einen solchen nationalen Prozess geben. Bislang wurden diese Versprechen jedoch nie eingelöst.

Advertisements