Channel 4 Video sorgt für neues Handy-App

Von der LTTEwatch-Redaktion vom 10.Juni 2015

Colombo – Ein neues Handy-App soll künftig Zivilisten in Konfliktgegenden ermöglichen, nachprüfbares und verifizierbares Filmmaterial zu erzeugen. Diese Entwicklung ist nur konsequent: Bislang tauchten immer wieder bewegte Bilder von Greueltaten in den Sozialen Medien auf – oft gefälscht und oft für politische Zwecke missbraucht. Das Material ist meist von Gerichten als Beweismittel nicht zu gebrauchen.

Das „EyeWitness to Atrocities“-App zeichnet Ort, Datum, Zeit und Nutzerdaten auf sowie die Nähe von WiFi- und Telefon-Netzwerken. Damit wird gesichert, dass das Material nicht manipuliert werden kann, bevor es in die Hände von Rechtsexperten fällt.

Die Aufnahmen können direkt aus den Handy hochgeladen werden zu einem Sicherheitsserver, wobei der Nutzer entscheiden kann, ob er es anonym oder namentlich hochstellt. Die einmal hochgeladenen Aufnahmen werden von internationalen Video-Forensikern und Rechtsexperten auf ihre Echtheit hin geprüft – und freigegeben, um dann juristische Prozesse auszulösen, bzw. als Beweismittel zu dienen.

Zunächst soll die App in derzeitigen Krisengebieten wie Syrien, Irak und der Ukraine verbreitet werden.

Die App wurde von der International Bar Association, dem weltweit agierenden Sprachrohr der Juristen in enger Zusammenarbeit mit internationlen Menschenrechtsexperten entwickelt.

„Diese App könnte einen echten Meilenstein im Kampf um Menschenrechte und Gerechtigkeit werden“, sagt Mark Elis, Exekutiver Direktor der IBA dazu. „Es wird auch den Medien erlauben, authentisches Material von Augenzeugen zu veröffentlichen, ohne dass diese Angst haben müssen, von interessierter Seite missbraucht zu werden.“

Die App wurde in Auftrag gegeben, nachdem es zu einer Kontroverse bezüglich Aufnahmen von angeblichen Kriegsverbrechen aus den letzten Phasen des Krieges in Sri Lanka gegen die terroristische LTTE gekommen war, https://lttewatch.wordpress.com/2011/10/17/killing-fields-vor-schockierten-eu-abgeordneten-gezeigt/ unter dem Titel „Sri Lanka’s Killing Fields“ ausgestrahlt worden waren. Das damalige Rajapaksa Regime wies die Aufnahmen in Bausch und Bogen als  „Fälschung“ zurück, obwohl Channel 4 durchaus überzeugend nachgewiesen hatte, dass das Material echt sei.

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