Lieferte Gotabhaya R. LTTE-Waffen an Boko Haram?

Von der LTTEwatch-Redaktion vom 6. April 2015

Colombo – Das umstrittene maritime Sicherheitsunternehmen „Avant Garde“, als private Firma (aber mit staatlichen Mitteln) gegründet von dem mutmasslichen Kriegsverbrecher und ehemaligen Staatssekretär der Verteidigung, Gotabhaya Rajapaksa, sorgt wegen der Machenschaften, die nun peu á peu durch eine umfangreiche Untersuchung ans Tageslicht kommen, erneut für Aufsehen.

Nach den jüngsten Erkenntnissen könnte sich auch der UN-Sicherheitsrat für die Firma interessieren, die angeblich Waffen für die Bekämpfung von somalischen Piraten an private Sicherheitsunternehmen vergab, in Wahrheit jedoch wohl einen schwunghaften Handel mit Waffen und Kriegsgerät betrieb und dabei keinerlei Rücksicht darauf nahm, in welche Hände sie diese Waffen vergaben.

Regierungssprecher und Gesundheitsminister Rajitha Seneratne verriet bei einer Pressekonferenz, dass der Verdacht bestehe, dass „Avant Garde“ nicht nur an die nigerianische Regierung Waffen geliefert hatte, sondern auch an die Terroristen von Boko Haram, die sie bekämpfen.

Dabei sollen die Waffen aus dem ehemaligen Besitz der LTTE stammen. Nach dem Krieg hinterließ Sri Lankas separatistische Terrorgruppe tonnenweise Waffen, zum Teil modernster Bauart. Offenbar sind diese – ohne je in einer öffentlichen Inventurliste aufzutauchen –  in den Besitz der ominösen „Avant Garde“ gelangt. Weshalb sich gleichzeitig die Frage stellt, warum bzw. ob sich private Sicherheitsfirmen, die Piraten bekämpfen wollen, mit gebrauchten Waffen abgeben würden.

Es besteht mittlerweile auch der Verdacht, dass der wegen Waffenschmuggels in die Ukraine verdächtigte, und derzeit flüchtige Ex-Botschafter in Moskau, Udayanga Weeratunga (ein Neffe des Ex-Präsidenten Rajapaksa) sich ebenfalls aus dem Arsenal der Avant Garde bedient hat. In diesem Zusammenhang wird nun auch der mysteriöse Tod des ehemaligen Botschaftsangestellten Noel Ranaweera neu untersucht, in den der ehemalige Botschafter verwickelt sein soll.

Minister Senaratne sagte auch, dass der Avant Garde-Vorsitzende Nissanka Senadhipathi ein enger Vertrauter von Mohamed Nasheed sei, des ehemaligen Präsidenten der Malediven, der vor kurzem zu 13 Jahren Haft wegen terroristischer Umtriebe verurteilt worden war. Allen führenden Personen von „Avant Garde“, inklusive Gotabhaya Rajapaksa, wurden die Pässe abgenommen, um eine Fluchtgefahr abzuwenden, regelmässig werden die Beteiligten zu meist stundenlangen Verhören zur Kripo vorgeladen.

Seneratne verriet auch, dass G. Rajapaksa im Verhör behauptet habe, dass keine der Waffen der Regierung gehöre – was zu dem Verdacht geführt habe, dass es sich bei dem sichergestellten, riesigen Arsenalen um Kriegsgerät der LTTE handle.

Die Untersuchungen würden weitergeführt, sagte Seneratne.

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