Sirisena erlaubt wieder zweisprachige Hymne

Von der LTTEwatch-Redaktion vom 19. März 2015

Colombo –  Es ist ein für Sri Lanka ein großer Schritt hin in Richtung Versöhnung: Der srilankischen Präsident Mathripala Sirisena hat in einem Rundschreiben an alle Institutionen verfügt, dass das Singen der Nationalhymne ab sofort wieder auch in Tamilisch erlaubt und möglich sei.

Diese ausdrückliche Verfügung hebt ein inoffizielles Verbot auf, das seit 2010 bestand, als sein Vorgänger Mahinda Rajapaksa wissen ließ, dass es seine  Regierung nicht gerne höre, wenn die Hymne auf Tamilisch vorgetragen werde. Daraufhin hatten Schulen und anderen öffentliche Einrichtungen es unterlassen, die tamilische Version von „Sri Lanka Matha, Apa Sri Lanka“ (Text/Musik von Ananda Samarakoon), „Sri Lanka Thaaye Nam Sri Lanka“ (übersetzt von M. Nallathambi) zu singen, wie es seit 1951 der Fall war.

Eine der ausdrücklichen Empfehlungen der „Gelernte Lektionen- und Versöhnungs-Kommission“ (LLRC) war es, die Nationalhymne in den beiden wichtigsten Sprachen des Landes singen zu lassen.

Sirisena gab diese Entscheidung bekannt, als der Führer der Demokratischen Volksfront (DPF), Mano Ganeshan, eine entsprechenden Frage beim wöchentlichen Treffen des National Executive Council (NEC) Treffen am vergangenen Dienstag vorbrachte.

Die Regierung gab in diesem Zusammenhang auch bekannt, dass das Verbot von einigen politischen Gruppen der tamilischen Diaspora überprüft werde, da es kaum handfeste Beweise gebe, diese mit der LTTE in Zusammnhang zu bringen, wie dies das Rajapaksa Regime immer behauptete hatte.

Dies gab Außenminister Mangala Samaraweera bekannt. Gegenüber dem Parlament sagte Samaraweera, dass die vorherige Regierung eine UN-Verordnung dazu missbraucht hatte, 424 Personen sowie eien Liste von 16 Organisationen als „terroristisch“ zu verbieten.

„Dies geschah, um weitere Hysterie zu verbreiten, wonach die LTTE dabei sei, sich neu zu gruppieren. Sie (das Rajapaksa Regime) verbaten mehrere srilankisch-tamilische Diaspora-Gruppen wegen ihrer angeblichen Verbindungen zur LTTE. Es ist jedoch so, dass die meisten der angeführten Organisationen lediglich verbale Verfechter tamilischer Rechte sind. Es gab und gibt kaum handfeste Beweise, sie mit der LTTE zu verbinden. Einige der aufgeführten Personen waren zum Zeitpunkt des Verbots sogar schon seit einiger Zeit tot“, sagte der Minister.

Er sagte, dass die Überprüfung der Liste eine wichtige Übung sei zu einem Zeitpunkt, da sich die Regierung von Präsident Maithripala Sirisena ernsthaft dazu verpflichtete, den Aussöhnungsprozess zu beschleunigen.

„Die srilankische Diaspora, ob sie nun singhalesisch, tamilisch oder muslimisch ist, wird zukünftig eine sehr wichtige Rolle dabei spielen, den Versöhnungsprozess nach vorne zu bringen. Einige der besten ihres Faches, Weltklasse-Ärzte, -Wissenschaftler, -Juristen und andere Fachleute, auf die unsere Nation stolz sein kann, bilden diese Diaspora, und wir müssen es ihnen ermöglichen, sich auf die Reise machen zu können, um Sri Lanka zu einer wirklich multi-ethnischen, multi-kulturellen, multi-religiösen und mehrsprachigen Demokratie zu machen“, fügte der Minister hinzu.

Protest gegen diese Entscheidungen kamen lediglich von der nationalradikalen Gruppierung Bodu Bala Sena (BBS), die behauptete, diese Entscheidungen seien „gegen die Verfassung“.

Möglicherweise ist diese Gruppe von radikalen, angeblich buddhistischen Mönchen selbst schon bald gegen die Verfassung. Die Sirisena Regierung erwägt, radikale Gruppierungen wie die BBS in Sri Lanka künftig zu verbieten.

Advertisements