Sirisena: Hätte ich die Wahl verloren, wäre ich jetzt tot

Von der LTTEwatch-Redaktion vom 14. März 2015

LondonWährend der offenbar von selektivem Alzheimer geplagte Ex-Präsident Mahinda Rajapaksa aus dem stillen Kämmerlein seiner heimischen Residenz in einem Kaff bei Tangalle von absurden Verschwörungstheorien faselt – passend zum Besuch des indischen Premiers – oder aber sich zusammen mit seinem offenbar wirklich dämlichen  Sohnemann Namal  darüber wundert, dass nun, wo wieder Recht und Ordnung zu greifen beginnen, nur Mitglieder seines (durch und durch korrupten) Regime betroffen seien; oder aber abwechselnd darüber schwadroniert, seine Biografie zu schreiben, in Rente zu gehen, oder auf ein Comeback zu hoffen, weil doch immerhin fast die Hälfte der srilankischen Bevölkerung – natürlich die „wichtigere“, also die singhalesische – für ihn gestimmt habe, schlug der amtierende Präsident bei seinem Besuch in London nachdenklich stimmende Töne an.

Bei einem Interview mit der BBC sagt Maithripala Sirisena, dass er in die Wahlnacht im Haus eines Freundes verbracht habe, wohl wissend, dass wenn er die Wahl verliert, er mit seiner sofortigen Verhaftung – und Schlimmeren – zu rechnen hatte. Auch seine Familie wäre nicht in Sicherheit gewesen. „Das ist die Mahinda Rajapaksa Demokratie“, sagte der Präsident, „Ich kenne sie nur zu gut.“

Der Rajapaksa-Clan habe nun „Statements abgegeben, dass sie unsere Demokratie schützen wollen. Doch wir wissen alle, wie viele Menschen (unter dem Rajapaksa Regime) ihre Leben, ihre Gesundheit, ihre Freiheit und ihre Arbeit verloren haben,“ sagte Sirisena.

Bei dem Interview sagte Sirisena auch, er werde eine heimische Lösung für das Problem der Rechenschaftspflicht bezüglich möglicher Kriegsverbrechen einsetzen, die allen internationalen Standards genüge. Es sei wichtig, dass das Land alleine zur Rechtsstaatlichkeit zurückkehre.

Was den Ex-Präsidenten, der nun dazu verdammt ist, darauf zu warten, bis die Untersuchungen der unfassbaren Korruption unter seiner Ägide zu Ende gebracht wird,  vermutlich noch mehr wurmt, als vieles andere, ist aber etwas anderes.

Sirisena traf sich in London unter anderem mit der Queen; man habe ein sehr freundschaftliches Gespräch geführt, hieß es in einer Meldung auf der Website des Präsidenten, die ohne Foto auskommt.

Zur Erinnerung: beim einzige Zusammentreffen von Queen und Rajapaksa anlässlich des Commonwealth-Treffens (CHOGM) in Perth/Australien 2011 war gerade kein Fotograf zugegen – man munkelt, auf ausdrücklichen Wunsch der Queen, die es stets zu vermeiden sucht, zusammen mit Despoten auf einem Bild zu erscheinen.

Kurzerhand ließ der damalige Sprecher des Präsidenten, der ehemals geachtete Journalist Bandula Jayasekera ein entsprechendes Bild „photoshoppen“ (siehe auch die Website: Photoshop-Disasters) und in der heimischen Presse verbreiten…MR10292011Q_1

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