„Operation K.P.“ soll auch Mord an Gandhi endlich klären

Von der LTTEwatch-Redaktion vom 16. Februar 2015

Colombo – Die neue srilankische Regierung setzt alles daran, Informationen von und über den ehemaligen LTTE-Waffenbeschaffer Kumaran Pathmanathan (alias „K.P.“) zu bekommen; ganz besonders Informationen über die große Menge von Mitteln, die er auf seine Konten im Ausland gesammelt haben soll.

Premierminister Ranil Wickremesinghe sagte, dass die Regierung wissen will, was mit den Mitteln der LTTE unter dem Rajapaksa Regime wirklich geschah. Wickremesinghe sagte, dass seine Regierung alle LTTE-Aktivitäten in den letzten Jahren untersuchen werde, einschließlich ihrer Finanzierungen von einzelnen Personen und anderen, angeblichen Verbindungen mit der ehemaligen Regierung.

„Dies ist Teil unserer derzeitigen Korruptions-Untersuchungen. Die ehemalige Regierung hatte uns (der damaligen Opposition) immer vorgeworfen, Verbindungen mit der LTTE zu haben – in Wahrheit aber war sie es, die zum Teil enge Verbindungen zu den Tigers hatten“, sagte der Premier.

Er sagte, dass die Untersuchungen Informationen über die LTTE-Schiffe sowie deren Gold und Geld hervorbringen würden, die es selbst 5 Jahre nach Kriegsende noch gebe. Der Premierminister sagte auch, dass es Hinweise aus der Bevölkerung des Norden zur LTTE gebe, sowie Beweise, die derzeit ebenfalls gesammelt werden.

„Dies ist eine groß angelegte Untersuchung“, fügte der Ministerpräsident hinzu. Der Ministerpräsident behauptet auch, dass es ein Versuch gegeben habe, die LTTE zu benutzen, um die Tamilen im Norden des Landes an der Abstimmung zur letzten Präsidentschaftswahlen zu hindern.

Wickremesinghe sagte auch, dass, als der Europäische Gerichtshof die Aufhebung des LTTE-Verbots wegen formeller Gründen befürwortete, die ehemalige Regierung keine Schritte unternommen habe, um die Europäische Union dabei zu unterstützen, diese Gerichtsentscheidung rückgängig zu machen. „Wir aber sagen, dass wir die EU dabei unterstützen werden, das Verbot der LTTE in der EU weiterhin aufrecht zu erhalten“, sagte er.

Wickremesinghe kritisierte auch das Versäumnis der ehemaligen Regierung Kumaran Pathmanathan, besser bekannt als „K.P.“, nach Indien auszuliefern. „K.P.“ wird in Indien wegen der Ermordung des ehemaligen indischen Premierministers Rajiv Gandhi gesucht.

Das srilankische Berufungsgericht hatte in der vergangenen Woche zunächst eine Order erlassen, die “K.P.“ daran hindert, das Land zu verlassen. Diese Order gelte solange, bis der Fall „K.P.“ zufriedenstellend abgeschlossen sei. Kurz nach der Wahl hatte es geheißen, der ehemalige Topterrorist „K.P.“ habe die unübersichtliche Machtübergabe genutzt, das Land fluchartig zu verlassen. Diese Meldung hatte sich im Nachhinein als Ente herausgestellt.

Das Berufungsgericht gab die Order, nachdem die Janatha Vimukthi Peramuna (JVP) förmlich Klage eingereicht und die Festnahme von „K.P.“ beantragt hatte.

Als der Fall im letzten Monat vor Gericht angehört wurde, unterrichtete die JVP das Gericht detailliert über die Vorwürfe gegen „K.P.“; inklusive seiner Schiffe, seiner Fonds bei ausländischen Banken und den von ihm betriebenen, internationalen Waffenschmuggel. Das Berufungsgericht erteilt daraufhin Anweisungen an die Kripo einen Bericht über die bisherigen polizeilichen Ermittlungen zu erstellen und dem Gericht vorzulegen.

Im Dezember letzten Jahres wurde berichtet, dass das indische Central Bureau of Investigation (CBI) Interpol angesprochen hatte, um seinen Forderung nach Auslieferung von „K.P.“ im Fall der Ermordung des ehemaligen Ministerpräsidenten Rajiv Gandhi zu beschleunigen.

Die Times of India zitierte Quellen, die besagen, dass Hilf von Interpol auch angefordert wurde, um Sri Lanka davon zu überzeugen, den Fall zu unterstützen, und endlich auf die gerichtlichen Anfragen (Rechtshilfeersuchen) zu antworten, die seit Jahren anhängig sind. Indien und das CBI fühlen sich hingehalten.

„K.P.“ wurde in Malaysien im August 2009 geschnappt und nach Colombo verbracht, wo er bis Ende 2012 in einer Art Luxus-Haft saß. Danach wurde er freigelassen, um für seine eigene NGO unter staatlichem Schutz in Kilinochchi zu arbeiten.

„Wir haben mehrere Anfragen nach Sri Lanka für die Zusammenarbeit in der Sache gesendet. Nun haben wir Interpol gebeten, unsere Wünsche dringlicher vorzutragen“, sagte ein hoher Offizier der CBI. Obwohl man einmal informell „K.P.“ in Sri Lanka befragen durfte, wolle man ihn nach Indien in Haft bekommen um ihn formell verhören zu können.

Während seiner informellen Befragung hatte „K.P.“ Berichten zufolge behauptet, keinerlei Kenntnis über die Verschwörung hinter Rajiv Gandhis Ermordung zu haben, die am 21. Mai 1991 stattfand, als eine LTTE- Selbstmordattentäterin sich bei einer Wahlveranstaltung in Tamil Nadu vor Gandhi in die Luft sprengte.
Von der CBI hieß es, man verfüge über Beweise, die untermauert werden müssten und eine intensive Befragung „K.P.“s erforderlich machten.

Seit 16 Jahren gibt es die 40-köpfige Sonderkommission, die bislang Zeugen aus 23 Ländern befragt hat – außer denen, die in Sri Lanka sind.

Zwei weitere Mitglieder der Verschwörung, der damalige LTTE-Chef Velupillai Prabhakaran sowie der Leiter des Geheimdienst-Flügels der Terrorgruppe, Pottu Amman, wurden während der letzten Tage des Krieges gegen die LTTE von der srilankischen Armee getötet.

Sri Lanka selbst hat sich in dieser Woche an Interpol gewandt – es geht dabei um den ehemaligen Wirtschaftsminister und Präsidentbruder Basil Rajapaksa, der tatsächlich kurz nach der Wahl sich aus dem Land absetzte.

Basil Rajapaksas, besser bekannt als „Mr. 10 Percent“, besitzt – ebenso wie Bruder Gotabhaya – die US-amerikanksiche Staatsbürgerschaft. Sri Lanka will nun, dass Interpol die Fahndung nach Basil Rajapaksa aufnimmt und ihn nach Sri Lanka ausliefert. Dort warten Befragungen auf ihn – in Sachen Korruption…

 

 

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