Namals Tage als „artifizieller Anwalt“ gezählt

Von der LTTEwatch-Redaktion vom 11. Februar 2015

Colombo – Der ehemalige Jurastudent D.M. Thushara Jayarathna hat in einem Brief an den neuen Obersten Richter des Landes diesen aufgefordert, den Abgeordneten Namal „Baby Doc“ Rajapaksa, Sohn des Ex-Präsidenten, von der Anwaltskammer auszuschließen, ein Disziplinar-, sowie anschließend ein Strafverfahren gegen ihn wegen Betrugs und Bestechung einzuleiten.

Jayarathna, sollte im Jahr 2010 zusammen mit Rajapaksa Junior zur Anwaltsprüfung sitzen. Mit gewichtigen Unterschieden: Namal Rajapaksa war offenbar nicht nur vorher in Besitz der Prüfungsfragen, er durfte auch seine Prüfung abseits der Kollegen in einem speziell dafür ausstaffierten Raum samt Computer mit Internetanschluss ablegen. Außerdem standen ihm diverse Rechtsanwälte des allmächtigen Herrn Papas zur Verfügung.

Solch’ eklatante Schummelei war und ist natürlich auch in Sri Lanka unter den Rajapaksas ein Vergehen gegen die gängige Prüfungsordnung. Eine Prüfung, die damit Null und nichtig wird. Namal Rajapaksa, Sri Lankas „erster artifizieller Anwalt“ scherte das seinerzeit genauso wenig, wie seinen Vater. Der Kläger wurde – wie so oft – unter den Rajapaksas zum „Verräter“ abgestempelt und zu Freiwild erklärt.

Jayarathna, der diese Umstände der Prüfung Namal Rajapaksas öffentlich machte, musste bitter dafür büßen. Nach mehreren Morddrohungen und Schlägerüberfällen flüchtete er aus Angst um sein Leben in die Schweiz, wo ihm Asyl gewährt wurde. Allerdings hat er sich nun bereit erklärt, sowohl mündlich als auch schriftlich die Vorwürfe bezeugen, die er gegen Namal Rajapaksa gemacht hat.

Namal Rajapaksa, der sich selbst gerne mit fremden Texten als verantwortungsvoller Politiker geriert, hat kaum Chancen, bei den anstehenden Parlamentswahlen von der SLFP als Kandidat nominiert zu werden. Dafür wird er in nächster Zeit viele peinliche Fragen zu seinen dubiosen geschäftlichen Tätigkeiten beantworten haben.

Auch wenn manche in der Partei seinem diktatorischen Vater noch dicke Krodkodilstränen nachweinen, den ebenso tumben wie durch und durch korrupten Sohn will niemand mehr sehen.

Namals Bruder, Yoshitha Rajapaksa hat, wie mittlerweile zu erfahren, gestern fluchtartig das Land in Richtung Dubai verlassen. Gegen ihn sind mehrere Verfahren anhängig, unter anderem wegen Fahnenflucht und geschäftlicher wie politischer Aktivitäten während seines Engagements bei der Marine des Landes. Die Flucht Yoshitha Rajapaksa stärkt den von verschiedenen Seiten geäußerten Verdacht, dass die Sirisena-Regierung sich Zeit lässt damit, die Angehörigen der ehemaligen Präsidentenfamilie, gegen die sich die Vorwürfe von Korruption und verbrecherischer Umtriebe türmen, vor den Kadi zu bringen.

Auch der Bruder des ehemaligen Präsidenten, Basil Rajapaksa, der personifizierte Inbegriff der Vorteilsannahme und Korruption in Sri Lanka, hatte sich bereits am Tag nach der Wahl ins Ausland abgesetzt.

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