Ermittlungen gegen Rajapaksas – Häuser, Büros durchsucht

Von der LTTEwatch-Redaktion vom 20. Januar 2015

Colombo – Der Generalstaatsanwalt hat nach der  Klage wegen des Verdachts der Verschwörung zum Staatsstreich, eingereicht durch den neuen Außenminister Sri Lankas, Managala Samaraweera, die Kripo schriftlich beauftragt, Aussagen von Mohan Peiris, Generalleutnant Daya Ratnayake, Prof. G.L. Peiris, Gotabhaya Rajapakse, General Jagath Jayasuriya und Udaya Gammanpila aufzunehmen. Die Anzeige geht davon aus, dass diese Herren sich noch in der Wahlnacht im Regierungssitz mit Ex-Präsident Mahinda Rajapaksa getroffen haben, der die Möglichkeit eines Staatsstreiches eroieren wollte.

Erst als sich Armeechef, der Chef der Polizei und der Oberstaatsanwalt unisono weigerten, den Notstand auszurufen, bzw. die Hauptstadt Colombo zu umstellen, sowie Gegenkandidat Maithripala Sirisena zu verhaften, gab er nach und übergab friedlich die Macht im Staate an den neuen Präsidenten.

Auch sonst geht es rund – besonders für die Rajapaksas und ihrer korrupten Anhänger, die oft genug nun in die Hand beißen, die sie jahrelang (illegal) „ernährten“. So zwei stadtbekannte Drogenhändler, die nun mit den Namen ihrer Mitverschwörer nur so um sich werfen – auch dabei fallen prominente Namen, die die von Basil (der wohl doch nicht nach Sri Lanka zurückkehren wird, um „seinen guten Ruf zu verteidigen“ ), Namal des öfteren und von vielen Klägern. Handfeste Vorwürfe gibt es aber auch gegen andere Mitglieder der ehemaligen ersten Familie und deren Freunde.

Kein Tag vergeht, an dem nicht eine weitere Korruption aufgedeckt wird und oft genug sind die Mitglieder der einstigen ersten Familie involviert. Da werden (auch schwimmende!) Waffenlager entdeckt, die offenbar in Verbindung stehen mit einer „Sicherheitsfirma“, die von Gotabhaya Rajapaksa, dem einstigen Staatssekretär der Verteidigung geleitet wird (neben seiner Todesschwadron), und die den Spekulationen über den möglichen Putschversuch der Rajapaksas weiter Nahrung geben.

Das, was in der Nacht vom 8. auf den 9. Januar in Temple Trees geschah, deutet in der Tat mehr und mehr daraufhin, dass die Machtübergabe keineswegs so friedlich verlief, wie es der ehemalige Präsident, der zwischenzeitlich auch seines Parteivorsitzes enthoben wurde,  nun glauben machen möchte.

Auch wurden mittlerweile ganze Container voller Rajapaksa-Werbematerial und außerdem Wertgegenstände  entdeckt, die offenbar mit Mitteln der Tourismusbehörde bezahlt wurden. Und ein Kleinflugzeug, das (illegaler Weise) einem der Rajapaksa-Söhne gehören sollen. Weitere Durchsuchungen und Razzien stehen wohl an.

Mittlerweile auch aufgedeckt wurde, wie das Rajapaksa-Regime bei den Wahlen betrügen wollte. Kein Wunder, dass die Polizei nun Schritte unternimmt – wie beispielsweise seinen ehemaligen Regierungssitz und das Privathaus des Ex-Präsidenten zu filzen. Außerdem wurden eine ganze Reihe von Büroräumen versiegelt, um zu verhindern, dass belastende Dokumente verschwinden. Rajapaksa protestierte – er sieht sich selbst wohl immer noch als ehrenwerten Politiker und Unschuldslamm.

Namal with his parentsNamal Rajapaksa, Sri Lankas „erster artifizieller Anwaltjammerte in einem Interview, das ihn um Kopf und Kragen bringen könnte, zumindest aber ein mehr als merksüwrdiges Demokratieverständnsi offenbart, ob es denn ein Verbrechen sei, Sohn des Präsidenten zu sein. Nein, Namal, das nicht, aber wenn man sich wie der Sohn eines durch und durch korrupten Dikatators benimmt, dann ist das in der Tat ein Verbrechen. Für das irgendwann bezahlt werden muss.

Auch merkwürdig in diesem Zusammenhang: Bei der Polizei beschwert sich der einstige Präsidentensproß Namal, er werde angeblich mit dem Tode bedroht – am selben Abend postet er ein Foto von sich und seinen Freunden beim Feiern in einer Disco in Colombo…

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