JHU kündigt – der Anfang vom Ende der UPFA & Rajapaksa?

Von der LTTEwatch-Redaktion vom 19. November 2014

Colombo – Ausgerechnet am 69.Geburtstags von Präsident Rajapaksa, zündete dessen wichtigster Bündnispartner in der regierenden UPFA-Koalition, die nationalistisch-buddhistische JHU (= Jathika Hela Urumaya) einen politischen Sprengsatz, der eine Lawine auslösen könnte. Eine, die am Ende das derzeitige Regime in den Orkus der Geschichte spülen könnte. Der derzeit arg vom Regime gepiesackter Minister (für Atomenergie) und Generalsekretär der JHU, Champika Ranawaka kündigte Rajapaksa die Zusammenarbeit auf.

Und das inmitten der Nachricht, dass die Beliebtheitswerte des Präsidenten seit dem äußerst knappen (und nur mittels massiver Manipulation  erreichtem ) Sieg in der Uva Provinz massiv abrauchen und ein historisches Tief erreich haben.

Ranawaka, sowie andere JHU-ler in Regierungsdiensten, reichten gleichzeitig ihre Resignation ein. Zwar werde man auch weiterhin mit der Regierung im Gespräch bleiben, doch große Hoffnung die wichtigste Forderung durchzusetzen, nämlich die Abschaffung der Exekutiven Präsidentschaft noch vor den anstehenden Wahlen, habe man nicht. Ranawaka kündigte an, zwar nicht die Seiten zu wechseln im Parlament, sondern zunächst auf der Regierungsseite zu verbleiben. Doch diese Aussage hat wohl bestenfalls symbolischen Wert, gedacht, die Brisanz der Kündigung ein wenig zu kaschieren. Rajapaksa weiß: die Entscheidung der JHU könnte Signalwirkung haben bei jenen, die derzeit noch zaudern.

athureliya sadHört man sich Ranawakas Mitstreiter, den sprachgewaltigen Vorsitzenden der JHU, den ehrenwerten Thera Athuraliye Rathana, der bei einer Sondersendung von Sirasa TV sagte: “Es ist eine Erleichterung. Wir haben die Verantwortung der Regierungskoalition überlassen, von der wir kein Teil mehr sind. Wir werden ab sofort wieder unabhängig von der Regierungskoalition handeln,“ ahnt man zum einen die Bigotterie dieser Partei, andererseits das wohl überlegte Kalkül hinter der Aktion. 

Der Thera sagte auch, schon jetzt, einen Tag nach der öffentlich gemachten Entscheidung, die wenige Tage vorher bei einem Sonderparteitag in Urabstimmung fiel, angeblich Hunderte von Intellektuellen, Schülern und Studenten der Partei zu ihrem Schritt als den einzig richtigen gratuliert hätten. Offenbart wurde die Entscheidung der Partei, die Regierung zu verlassen, von der großen Mehrheit der JHU-Mitglieder getroffen. Bislang ist nur der Fall eines Stadtrates von Colombo bekannt, der umgehend die JHU verließ, um sich von Rajapaksas SLFP anheuern zu lassen. Indes verweigern immer mehr UPFA-ler Rajapaksa die Gefolgschaft

Nun, so der Thera, sei es das Wichtigste, einen gemeinsamen Kandidaten der Opposition zu finden. Gegen Mahinda Rajapaksa, der mit dem Wegfall der Vertreter der rechten singhalesischen Buddhisten ein echtes Problem bekommt, die benötigte Mehrheit für eine (ohnehin illegale) Wiederwahl zu bekommen. Doch angesichts von Zivilklagen wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit gegen den künftigen Ex-Präsidenten wir auch klar, dass Rajapaksa es mit der blanken Angst zu tun bekommt. Da hilft auch das Pfeifen im finstren Walde seines devoten Außenministers nicht wirklich weiter. Kein Wunder, dass Rajapaksa sich bei Diktatoren-Kollegen Rat holt.

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