Sri Lanka steht vor Fisch-Export Verbot in die EU

Von der LTTEwatch-Redaktion vom 25. Oktober 2014

Brüssel – Bislang exportiert Sri Lanka unter anderem Thun- und Schwertfisch im Wert von jährlich etwa 94 Millionen US-Dollar in den EU-Bereich.

Doch das wird sich in drei Monaten, Mitte Januar 2015, schlagartig ändern, wenn die EU ein Importverbot ausspricht, nachdem Sri Lanka den Anforderungen bezüglich der IUU-Bestimmungen (Verbot von illegalen, nicht gemeldeter und unregulierter Fischerei) trotz wiederholter Mahnungen und Warnungen nicht nachkommt.

Die erste Warnung der EU-Kommission für Fischereierzeugnisse aus dem Nicht-EU-Ausland kam bereits 2012, unter anderem wegen des Eindringens von Fischtrawlern unter srilankischer Flagge in internationalen Gewässern (wo die Fischerei generell verboten ist) sowie wegen andauernder Verletzungen der internationalen Schiffahrtsgrenzen.

Trotz der Warnungen hat Sri Lankas Rajapaksa Regime einen Großteil der staatlichen Fischereiflotte an die Chinesen vergeben, die nun, unter srilankischer Flagge, munter die Meere rund um die Insel leerfischen und sich nicht um internationale Regulierungen kümmern, beispielsweise um Ortungsgeräte, die jederzeit bestimmbar machen, wo sich ein Schiff gerade aufhält, oder um korrekte Fang-Logg-Bücher.

Es ist unwahrscheinlich, dass das Regime dahingehend auf die Chinesen Einfluss nimmt, diese Missstände zu eliminieren, zumal die Chinesen dem Regime vorab schon sehr viel Geld für den schrägen Deal haben zukommen lassen. Geld, das dringend für den anstehenden Wahlkampf Rajapaksas gebraucht wird.

Großspurig kündigte der zumindest nominell zuständige Fischereiminister an, es gebe „andere Annehmer“ für Sri Lankas Fisch. Abgesehen davon, so Minister Rajitha Seneratne, werde man nun die „Missverständnisse“ mit der EU ausräumen.

Dass nun in drei Monaten gelingen soll, was in zwei Jahren nicht geschah, ist jedoch unwahrscheinlich, so dass Sri Lanka ab Januar eine erhebliche Einkommensquelle verlieren wird.

Die srilankische Fischer-Gewerkschaft sieht das bevorstehende Verbot realistischer und warnt vor dem Kolapps eines ganzen Wirtschaftszweiges, sollte das EU-Import-Verbot zum Tragen kommen.

Die EU-Kommissarin für Fischerei und Maritime Angelegenheiten, Maria Damanki, sagte anläßlich einer Pressekonferenz in der vergangenen Woche: „Im November 2012 schickten wir eine ernste Warnung an Sri Lanka, dass die dortige Fischerei nicht den internationalen Regeln entspricht, dass illegale Fischerei in großem Stil betrieben wird und dass die Kontrollsysteme unzulänglich sind.

Zwei Jahre später hat sich nicht viel geändert. Im Gegenteil. Die gleichen Probleme sind immer noch da und sie werden sogar immer schlimmer. Sri Lanka hat jetzt riesigen Schiffe unter chinesichen Betreibern ermächtigt,  im Indischen Ozean, ohne Marine-GPS (VMS) zu fischen. Dies macht eine wirkungsvolle Kontrolle völlig unmöglich.“

„Sri Lanka ist der zweitgrößte Exporteur von frischen und gekühlten Schwertfisch und Thunfisch in die EU (im Wert von 74 Mio. € allein im Jahr 2013). Unter diesen Umständen können wir nicht tolerieren, zu wissen, dass die Fische, die das Land in die EU importiert, nicht nachhaltig gefangen wurden. Die EU-Bürger haben jedoch das Recht zu wissen, was auf ihrem Teller landet.“

Weil sich Sri Lankas Rajapaksa Regime nicht mit den Menschenrechts- bzw. Arbeitsrechtbestimmungen der EU für Arbeitgeber anfreunden konnte, hat das Land bereits die steuerlichen Handelsvorteile der Textilbranche in die EU verloren; viele Textilfirmen in Sri Lanka sind in der Folge Pleite gegangen, bzw. verlegten ihrer Fertigungsstätten ins Ausland, beispielsweise nach Bangladesh, Birma oder Indien.

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