Rajaratnam nun als LTTE Finanzier vor Gericht

Von der LTTEwatch-Redaktion vom 10. Oktober 2014

New York –  Der (tiefe) Fall des Raj Rajaratnam, einer von Srilankans reichsten Männern, ist in die Kriminalgeschichte eingegangen. Rajaratnam stand als Täter im Mittelpunkt von einem der größten Fälle von Insiderhandel in der Geschichte der US-Börsen. Aber, wie es sich schon damals abzeichnete, wird Rajaratnam wohl auch noch in einem zweiten, mindestens ebenso Aufsehen erregenden Fall vor Gericht eine Hauptrolle spielen. Es geht um Geld, Tod und Terroristen.

Vor drei Jahren wurde Rajaratnam des Wertpapier-Betrugs mit seiner Galleon Hedgefonds-Gruppe für schuldig befunden befunden und zu 11 Jahren im Gefängnis verurteilt. Noch in diesem Monat wird es um einen anderen Fall gehen, der sogar noch weiter zurückreicht.

Rajaratnam, sein Vater und ihre gemeinsame Familien-Organisation werden beschuldigt Geld und Mittel an die Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE) geschickt zu haben: die LTTE  ist in den USA eine verbotene, ausländische Terrorgruppe, die in einem jahrzehntelangen Bürgerkrieg  bis Mai 2009 für einen unabhängigen Staat für die tamilische Bevölkerung auf Sri Lanka  gekämpft hatten. Rajaratnam, numehr US-Bürger, wurde in Ceylon geboren, wie die Insel damals noch genannt wurde.

Die Vereinigten Staaten erklärte im Jahr 1997 die LTTE-Gruppe zu einer „ausländischen terroristischen Vereinigung“ – ähnlich wie die IRA und andere Terrorgruppen, erhielten die Tamil Tigers ihre Finanzierung durch die ethnischen Diaspora der Tamilen, die auf der ganzen Welt verstreut leben; das auch unfreiwillig eingesammelte Geld wurde durch verschiedene Charity-Fronten nach Sri Lanka geschleust und zum Kauf von Waffen benutzt.

Im Oktober 2009 behauptete eine Gruppe von Opfern und Überlebender der Anschläge der LTTE in Sri Lanka, dass die Familie Rajaratnam Millionen von Dollar an die Terroristen-Gruppe geschickt und damit indirekt einer Reihe von Selbstmordanschlägen zwischen November 2007 und April 2008 finanziert haben. Die Gruppe reichte in New York Klage gegen Rajaratnam ein, die zugelassen wurde. Nun soll sie zur Verhandlung kommen.

In der Klage wird unter anderem behauptet, dass Rajaratnam und sein Vater „Mitglieder der globalen tamilischen ausländische Gemeinde sind, die wissentlich und gezielt geholfen haben, die LTTE Terror-Kampagne zu finanzieren.“

Unzweifelhaft ist, dass Rajaratnam zwischen 2000 und 2007 mindestens 5 Millionen Dollar an eine amerikanische Hilfsorganisation namens Tamil Rehabilitation Organisation (TRO) gespendet hat, von der die US-Regierung im Jahr 2007 behauptete, dass diese TRO nur eine Fundraising-Front der Tamil Tigers sei. In Kanada wurde das entsprechende Gegenstück der Organisation von der Regierung verboten, das Vermögen der Gruppe dort eingezogen.

Die Anwälte Rajaratnams sagen, ihr Mandant habe zu jener Zeit nicht gewußt, dass die TRO Teil der LTTE sei.

„Wir wissen, dass das Geld auf diese Weise (zur TRO) bewegt wurde, aber das Problem bei der Verhandlung wird sein, (zu beweisen, dass) er wusste, was die TRO war“, so Michael Elsner, ein Anwalt bei Motley Rice, die die Kläger vertritt, gegenüber International Business Times.

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