CPA: Vermissten-Kommission eine einzige Farce

Von der lTTEwatch-Redaktion vom 6. Oktober 2014

Colombo – Die Bedenken und die allgemeine Skepsis über die von Präsident Rajapaksa eingesetzte Kommission zur Ermittlung vermisster Personen unter dem ehemaligen Richter Maxwell Paranagama wachsen.

Das Centre for Policy Alternatives (CPA) hatte erst kürzlich aufgedeckt, dass nach derzeitigem Ermittlungsverlauf, die bisherige Anzahl der Beschwerden (19.284, davon 5.600 von Angehörigen von Soldaten der srilankischen Armee) einbeziehend, die Arbeit der Kommisssion mindestens 13 Jahre dauern würde.

Nun kommt heraus, dass die ausländischen Experten, die Rajapaksa – wohl ursprünglich ohne Wissen des Kommissions-Leiters Paranagama – hinzugezogen hatte, mehr oder minder als „Frühstücksdirektoren“ tätig sind. Bzw. eben gar nicht.

Keiner dieser Experten tauchte bei den jüngsten Anhörungen in Pooneryn auf. Der Kommissionsleiter Paranagama wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die Experten zwar an den Sitzungen teilnehmen, sich aber nicht „einmischen“ dürften.

Bei den jüngsten Sitzungen der Kommission vom 27. bis zum 30. September in Pooneyrn wurden die Aussagen von 263 Personen gehört und 114 neue Fälle schließlich aufgenommen.

Die CPA hat mittlerweile neue Vorwürfe an die Kommission. Die in Englisch (?!) abgehaltenen Sitzungen der Kommission nehme die zahlreichen Übersetzungesfehler auf. Die Übersetzer seien wohl nur rudimentär mit der tamilsichen Sprache vertraut. Die meisten der Beschwerdeführer seien aber zumeist Tamilen, die widerum der singhalesischen und mangels schulischer Bildungsmöglichkeiten nur selten der Englischen Sprache nicht mächtig sind.

Schlimmer noch: Auch seien Zeugen nach ihren Aussagen von Angehörigen der Armee in ziviler Kleidung fotografiert worden.

Die CPA-Vertreter nahmen an allen Sitzungen der Kommission bislang teil. Als Beispiel für die mangelhafte Übersetzung vermeldetet die CPA wie folgt: Als einer der Zeugen auf Englisch befragt wurde, ob er denn wisse, woher (aus welcher Richtung) die Granaten kamen, wurde die Frage mit „Können Sie uns sagen, in welchem Lager Sie waren“ übersetzt.

Ein Schelm, der Böses dabei vermutet?

„Der mangelnde politische Wille, ernsthaft zu agieren, macht es schier unmöglich, Wahrheit, Gerechtigkeit, Verantwortung und Versöhnung in Sri Lanka zu erreichen“, so die CPA in einer Erklärung dazu.

Der Konflikt zwischen der tamilischen Separatisten-Gruppe LTTE und Sri Lanka währte fast 30 Jahre und kostete nach UN-Schätzungen mindestens 100.000 Menschen das Leben, rund 40.000 Zivilisten davon allein in den letzten Monaten des Krieges – was das Regime nach wie vor bestreitet.

Und wie immer in solchen Fällen wies das Regime auch diese neuerlichen, ungeheuren Vorwürfe bezüglich ihrer Kommission umgehend zurück.

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