Witwe de Alwis: Samarasinghe tötete meinen Mann!

Von der LTTEwatch-Redaktion vom 15. August 2014

Colombo – Es war einer der vielen peinlichen Momente im Leben von Präsident Rajapaksa. Ausgerechnet bei den Gedenkfeierlichkeiten zum 25. Todestag des beliebten Sängers, Ansagers und Radiosprechers Premakeerthi de Alwis am 31. Juli machte dessen Frau gegenüber dem anwesenden Präsidenten eine Bemerkung, die für einen endlos scheinenden Moment Todesstille heraufbeschwor. Nirmala de Alwis sagte dem Präsidenten ins Gesicht, dass die Mörder ihres Mannes, der 1989 brutal hingerichtet wurde, nicht etwa wie damals vorschnell verkündet, bei der JVP zu suchen seien, sondern in der unmittelbaren Gefolgschaft des Präsidenten.

Niemand anderer als der Leiter der Sri Lanka Broadcasting Cooperation, Hudson Samarasinghe, bekannt und berüchtigt wegen seiner allmorgenlichen Hasstiraden auf seinem einst geachteten Sender, die sich gegen jeden richten, der es wagt, gegen den Rajapaksa Clan und das herrschende Regime in Sri Lanka zu sein, sei Schuld am gewaltsamen Tod ihres Mannes. Das wüssten viele, so die Witwe, doch niemand wage es, dies auszusprechen.

Dazu überreichte die mutige Witwe dem Präsidenten ein Buch, in dem sie beschreibt, wie es zu dem feigen Mord an ihrem Mann kam, der als Kritiker des damaligen Regimes und als Stimme des Volkes galt. Man habe damals, so die Witwe in ihrem Buch, viel Energie darauf verwendet, den Mord der JVP in die Schuhe zu schieben und verweist auf merkwürdige Unstimmigkeiten in Aussagen von angeblichen Zeugen in den Ermittlungen.

Die Worte der Witwe blieben nicht ohne Wirkung. Zunächst soll der Präsident etwas blass um die Nase geworden sein.

Dann wurde Nirmala de Alwis zur Zeilscheibe des scheeläugigen Samarasinghe, der sie in seinen Sendungen – angeblich aber auch persönlich, telefonisch – aufs Übelste beschimpfte. Nun lässt auch das Regime die Witwe seine Macht spüren.

In einem für das Regime mittlerweile typischen Muster, wird nun das (überlebende) Opfer, also die Witwe zur Kripo zitiert und stundenlang verhört – wegen des Vorfalls bei der Gedenkfeier, der ihr als „Bedrohung des Präsidenten“ ausgelegt wird.

Nicht zum Verhör zitiert wurde der mutmassliche Mörder Samarasinghe, denn das, was die Witwe in ihrem Buch zusammengetragen hat, ist in der Tat, mehr als nur schwer belastend.

Niemand würde sich in Sri Lanka ernsthaft wundern, wenn die Witwe plötzlich verschwände. Auch der Beschuldigte schlägt zurück und fordert 500 Millionen Rupien, ausgerechnet wegen „übler Nachrede“, also das, worin er sich tagtäglich morgens übt.

Die Justiz in Zeiten der Rajapaksas und ihrem „Wunder von Asien“ ist zu einem sehr schlechten, tödlichen Witz verkommen.President_410px_14_08_01

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