Bischof: Vermissten Kommission nur Augenwischerei

Von der LTTEwatch-Redaktion vom 16. August 2014

Mannar – Der Bischof von Mannar, Rev. Dr. Rayappu Joseph, hat eine Einladung abgelehnt, vor die vom Präsidenten eingesetzte Kommission für vermisste Personen auszusagen – dies unter Berufung auf seinen mangelnden Glauben an inländischen Untersuchungs-Mechanismen zu den schweren Ungerechtigkeiten, mit welchen das tamilische Volk im Laufe der Jahre konfrontiert war – und ist.

In einem Schreiben an die Kommission, deren letzte Sitzungen zwischen 8. und 11. August in Mannar abgehalten wurde, erklärte der Bischof, dass er beschlossen habe, keine Aussage zu machen. Er misstraue einem Regime, das offenbar keine Interesse an der Wahrheit und damit an der Lösung der schweren Ungerechtigkeiten, denen Tamilen während, aber auch seit Ende des Krieges ausgesetzt seien. Solche Kommissionen nach Art des Regimes seien nicht nur ineffizient sondern überflüssig und damit schiere Augenwischerei. Sein Auftritt würde eine Glaubwürdigkeit vorgaukeln, welche die Kommission nie haben werde, so der Bischof.

Der Bischof sagte, dass, obwohl einige andere ähnliche Kommissionen in der Vergangenheit eingerichtet wurde, es nie auch nur den Hauch eine Besserung dadurch gegeben habe. Solche Kommissionen hätten immer nur dazu gedient, dem jeweiligen Regime vorübergehend eine weiße Weste zu beschaffen.

Bischof Joseph erinnerte daran, dass er zuletzt vor der Gelernte Lektionen und Versöhnungskommisssion (LLRC) ausgesagt habe, deren Empfehlungen bekanntlich bislang auch nicht umgesetzt wurden. Er habe damals vor der LLRC schon darauf hingewiesen, dass es in Sri Lanka „eine der Mangel an politischem Willen“ gebe, wirkliche Verbesserung zu bewirken.

Den Mangel an politischem Willen hat zuletzt auch UN-Menschenrechtschefin Navi Pillay Sri Lankas Regime attestiert.

Obwohl er insgesamt 14 Beschwerden vor dem LLRC präsentiert habe, dies auch persönlich gegenüber Außenminister Professor G.L. Peiris sowie dem Sekretär des Präsidenten, Lalith Weeratunga, habe man bislang bei keinem der konkreten Vorwürfe irgend etwas unternommen, so der Bischoff.

Außerdem kritisiert der Bischoff in dem Brief, dass schon der Name der Kommission eine Negation der Tatsache darstelle, dass Menschen eben nicht nur einfach als im Krieg vermisst gelten, sondern, dass man Menschen aktiv verschwinden läßt.

Die Erweiterung des Mandats der Kommission sowie die Hinzuziehung von Experten bezeichnete der Bischoff als stümperhaften Versuch der Regierung „die Arbeit des UN-OHCHR-Untersuchungs-Teams zu Sri Lanka zu untergraben“.

„Ohne eine ernsthafte Verpflichtung zur Wahrheit kann und wird es niemals möglich sein, Versöhnung und Frieden zu finden – das wird immer eine Fata Morgana bleiben“, fügte der  Bischoff seinem Brief hinzu.

Die Kommission hat nach eigenen Angaben bislang rund 20.000 Fälle aufgenommen. Nach Meinung von Experten sei dies jedoch nur ein Bruchteil der tatsächlichen Fälle. Aussagewillige Angehörige von Vermissten berichten unterdessen von massiven Bedrohungen und Behinderungen beim Versuch, vor der Kommission auszusagen.

Advertisements

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s