Jayalalitha wirft Rajapaksas Genozid vor

Von der LTTEwatch-Redaktion vom 7. Juni 2014

Colombo  – Genozid, Völkermord. Ein schlimmer Vorwurf, den die srilankische Regierung gar nicht gerne hört und den sie bislang abtut als Hirngespinnst der LTTE-Diaspora. Doch nun hat erstmals eine demokratisch gewählt Politikerin das böse Wort im Zusammenhang mit Sri Lanka geäußert.

Ausgerechnet Jayaram Jayalalithaa, Ministerpräsidentin des indischen Bundesstaates Tamil Nadu, mit der das Rajapaksa Regime in bester Feindschaft und andauerndem politischen Gerangel verbunden ist, hatte in einem Memorandum an den frisch vereidigten indischen Premier Narendra Modi verlangt, dass Indien eine Resolution an die UN-Vollversammlung vorbereite, um den „Völkermord in Sri Lanka“ verurteilen zu lassen und um damit die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Nur damit, so Jayalalitha, die mit absoluter Mehrheit in Tamil Nadu regiert und sich dort als „Eiserne Lady“ großer Beliebtheit erfreut, könne den Tamilen Sri Lankas Gerechtigkeit getan werden.

Und ein Szenario, das zum abrupten Ende der Rajapaksa-Familien-Herrschaft führen würde.

Mit einem ähnlichen Memorandum an Modis Vorgänger Manmohan Singh, ein Referendum in Sri Lanka und zu erzwingen für einen eigenen Tamilenstaat, war Jayalalitha bereits abgeblitzt. Indien will eindeutig keinen zweiten nervenden Zwergstaat im Süden, der wirtschaftlich von Anfang an abhängig von Indien wäre.

Bei Vorwürf des Genozids wird auch Regierungslautsprecher und Medienminister Keheliya Rambukwella wach und äußert den Unmut seiner Herren, der Rajapaksas, die nicht nach dem benannt werden möchten, was sie (mutmasslich) getan haben.

Es sei sehr falsch, so Rambukwella, der srilankischen Regierung Völkermord vorzuwerfen. Damit versuche man, ein falsches Bild Sri Lankas in der demokratischen Welt zu entwerfen. Es sei im Einklang mit dem Charakter dieser Politikerin (J. Jayalalitha), solch „wilde Vorwürfe“ zu machen und man sei froh, dass der Einfluß Tamil Nadus auf die indische Zentralregierung seit der Wahl deutlich kleiner geworden sei.

Wenn Rambukwella sich da mal nicht täuscht.

Jayalalitha und Modi verstehen sich offenbar bestens und es gibt Spekulation, dass Jayalalitha Modis Regierung, obwohl der mit satter Mehrheit im Parlament versehen ist, beitreten könnte. Das würde Modi auch die Mehrheit im indischen Äquivalent zum deutschen Bundesrat verschaffen, die er derzeit nicht hat. Modi könnte dann – ohne lästige Behinderung durch die Opposition – neue Gesetze durchsetzen. Für den als Macher geltenden Modi eine verlockende Aussicht. MIgt sicherheit jedoch erkennt Modi, dass Jayalalithas Memorandum ein vorzügliches Druckmittel ist, um von Rajapaksa das zu bekommen, was er will.

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