CBK vs. Rajapaksas – wer hat die SLFP im Griff?

Von der LTTEwatch-Redaktion vom 7. Juni 2014

Colombo – Um Kritiker in der eigenen Partei zu bespitzeln und sie in bewährter Weise zum Schweigen zu bringen, versucht der SLFP-Chef und srilankische Präsident Mahinda Rajapaksa seinen Bruder Gotabhaya in die Politik zu bringen.

In einer, wie es scheint, unmittelbaren Reaktion auf den Versuch Rajapaksas, die Familienherrschaft zu festigen, hat die ehemalige srilankische Präsidentin Chandrika Kamaratunga Bandaranaike angeblich erklärt, wieder eine „aktive Rolle“ in der Partei einzunehmen, die einst von ihrem Vater, Premier S.W.R.D. Bandaranaike, gegründet worden war.

Rajapkasas Vorgängerin ist ihm in herzlicher Abneigung verbunden und spart nicht mit kaum verhohlener Kritik an ihrem Nachfolger, der sie offenbar ausspionieren lässt.

Ironischerweise musste Bandaranaike ihr Amt nach zwei Legislaturperioden verfassungsgemäß abgeben – ausgerechnet an Rajapaksa, der im Siegesrausch und einer zusammengekauften Zweidrittelmehrheit im Parlament eine Änderung der Verfassung bewirkte, die keine Beschränkung der Amtszeit eines Präsidenten vorsieht.

Bandaranaikes Chance auf ein Comeback wurde ihr also ausgerechnet vom schärfsten Gegner innerhalb der SLFP eröffnet. Eine Chance – beispielsweise als Common Candidate einer vereinten Opposition gegen die Rajapaksa-Familienherrschaft – hat sie bisher stets weit von sich gewiesen.

Chandrika Bandaranaike hat sich offenbar mit den Partei-Senioren der SLFP verbunden, die sich zunehmend vom absolutistischen (sprich: korruptem) Gehabe und (kriminellem) Gewese des Präsidenten und seines weitverzweigten Clans angeekelt fühlen und ihre bisherige Loyalität ablegen. Und offenbar wurde jetzt der Ruf ihrer alten Parteifreunde so laut, dass CBK ihre alten Gelübde zumindest teilweise ablegt.

Gerüchten zufolge, welche Colombopage verbreitet, werde Bandaranaike nach ihrer Rückkehr aus dem Ausland – sie ist als „Elder Stateswoman“ in vielen internationalen Gremien tätig, und wird von Mahinda wegen ihrer vielen internationalen Kontakte beneidet – eine Aktionsgruppe gründen mit dem Namen „Rettet die SLFP“.

Vor wem die Partei gerettet werden muss, um Heil aus dem Schlammasel zu kommen, in dem sich Sri Lanka befindet, ist klar.

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