Neue Fotos beweisen: Isaipriya starb nicht im Kampf

Von der LTTEwatch-Redaktion vom 18. Mai 2014

Colombo – Während auf den Webseiten des Verteidigungsministeriums noch immer behauptet wird, dass “Lieutenant Colonel – Issei Piriya – Communications/Publicity Wing” im Kampf gegen die 53. Division (unter dem Befehl von Brigadier Kamal Gunarathne) gefallen sei, erzählen neu aufgetauchte Fotos eine anderen Geschichte.

Schon kurz vor dem Treffen der Commonwealth-Staaten in Sri Lanka hatte der britische Sender Channel 4 ein Video veröffentlicht, das zeigt, wie Isaipriya, die als Nachrichtensprecherin des LTTE-Senders tätig war, von Truppen der 53. Division am 18. Mai 2009 lebend aufgegriffen wurde. Einer der Soldaten sagt, dies sei die Tochter (von Prabhakaran), was Isaipriya jedoch umgehend verneint.

Fotos vom selben Tag, offenbar zu einem späteren Zeitpunkt aufgenommen, zeigen Isaipriya gefesselt, halnackt, mit einer großen Wunde im Gesicht und tot – neben Hunderten von anderen Leichen. Auch in dem Video ist die tote Isaipriya zu sehen, ein Soldat der srilankischen Armee steht neben ihr und sagt: „Hier, hier, die Stimme der Tigers.“

Videos und Fotos legen den Verdacht nahe, dass Isaipriya hingerichtet wurde, nachdem Soldaten sie lebend aufgegriffen  hatten. Ein Einzelfall?

Eine andere Serie von Fotos, mit ein paar Stunden Abstand aufgenommen, zeigt einen adipösen, etwa 14-jährigen Jungen. Es ist Balachandran Prabhakaran, der Sohn des berüchtigten Tiger-Führers Velupillai Prabhakaran. Eines der Bilder zeigt ihn in einem Bunker sitzend, um seine Schultern der Sarong eines Erwachsenen. Er kaut auf Crackern, die man ihm offenbar gegeben hat.

Die nächsten Bilder, aufgenommen nur Stunden später zeigen den leblosen Körper des Jungen, durchsiebt von Kugeln.

Auch in diesem Fall behaupten Militärs und Verteidigungsministerium, der Junge sei zusammen mit seinen Leibwächtern „Im Kreuzfeuer“ gefallen – oder in der Schlacht. Auch diese Fotos legen den Schluss nahe, dass das „Kreuzfeuer“ exklusiv dem Jungen galt.

Der von Channel 4 seinerzeit beauftragte Gerichtsmediziner, Professor Derrick Pounder kommt angesichts der Bilder zu folgendem Schluss, dass nämlich „diese Bilder beweisen, dass Balachandran weder im Kreuzfeuer getötet wurde, noch in einer Schlacht. Sein Tod war gewollt und wurde berechnend ausgeführt. Die Bilder belegen die Umstände seiner Ermordung – und werfen gegenüber der srilankischen Regierung noch mehr Fragen auf über systematische Hinrichtungen am Ende des Krieges.“

Ein weiterer Einzelfall?

Auch von dem LTTE-Kommandant Ramesh gibt es Videos, die ihn in Gewahrsam – und im Verhör – mit angehörigen der srilankischen Armee zeigen. Er hat kleiner Verwundungen, aber nichts Lebensbedrohendes. Doch der srilankische Staatssekretär der Verteidigung und Präsidentenbruder Gotabhaya Rajapaksa sagte gegenüber der indischen Zeitung Headline Today: “Nein, er (Ramesh) war nicht in Gewahrsam. Das Wichtigste was man über ihn wissen muss ist, dass er verantwortlich für die Tötung von 650 Polizisten war, die sich ergeben hatten. Er war verantwortlich für die Tötung von Mönchen. Er war verantwortlich für die Tötung unschuldiger Zivilisten, also will ich nicht mehr über diesen Mann reden. Er ist ein Terrorist; er ist eine Mann, der so viele Menschen getötet hat.”

Man hätte also allen Grund gehabt, dem Mann den Prozess zu machen. Es wurde ein kurzer Prozess: Nur Stunden später, so die Metadaten der Fotos, sieht man „Colonel Ramesh“, offenbar geschlagen, misshandelt – und tot. Ein weiteres Bild aus der Serie, noch später aufgenommen, zeigt, wie Soldaten den Leichnam verbrennen.

Wieviel solcher Einzelfälle es wohl noch geben mag? Nur eine internationale Untersuchung wird das herausfinden.

Die Untersuchungen des Büros der UN-Hochkommissarin für Menschenrechte werden in etwa zwei Wochen starten, die Beamten werden dann ihre Arbeit aufnehmen, auch ohne Unterstützung des srilankischen Regimes. IsaipriyaAliveDeadBalachandranAliveDeadColRameshAlivedead

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