Tamilischer Asylsuchender setzt sich selbst in Brand

Von der LTTEwatch-Redaktion vom 10. April 2014

Sydney – Ein etwa 20-jähriger Tamile hat sich mit Benzin übergossen und vor seiner Arbeitsstelle im australischen Balmain (einem Vorort von Sydney) selbst angezündet. Er erlitt dabei Verbrennung zweiten und dritten Grades an bis zu 98 Prozent seines Körpers. Er befindet sich derzei in einem künstlichen Koma, nachdem er zwei Haut-Transplantationen zunächst überstanden hat. Die Ärzte haben Freunden geraten, seiner 65-jährige Mutter und seinem Bruder Bescheid zu sagen, damit diese ihn noch einmal sehen könnten.

Ein Freund des Mannes, Balasingham Prabhakaran, sagte heute gegenüber der australischen Presse, dass der Mann, der aus der Region Batticaloa im Osten Sri Lankas stammt, einen Brief von der Einwanderungsbehörde bekommen habe, wonach sein Antrag für ein Schutzvisum in Australien abgelehnt worden war und er zurück nach Sri Lanka müsse. Der Mann, dessen Name nicht bekannt gegeben wurde,  lebte mit einem sogenannten Überbrückungsvisum seit 18 Monaten in Australien, seit seiner Flucht per Boot aus Sri Lanka.

„Er hat mir gesagt, dass er große Angst davor habe, nach Sri Lanka zurück geschickt zu werden“, sagte Prabhakaran, der einen tamilischen Radiosender in Sydney namens Inbathamil Oli betreibt.

„Er war sehr niedergeschlagen, nachdem er den Brief am Dienstag erhalten hatte. Er rief viele seiner Freunde an, um ‚Hallo’ zu sagen, und dann, nachdem er seine Arbeit als Reinigungskraft etwa gegen 20.30 Uhr beendet hatte, ging er vor die Tür und setzte sich in Brand. Offenbar schluckte er auch Benzin vor dem Entzünden. Eine Reihe von Arbeitnehmern aus einem
in der Nähe der Werft kam ihm zu Hilfe, gossen Wasser auf ihn und versuchten, die Flammen zu löschen.“

„Er hatte eine Dose mit Benzin in seiner Tasche dabei. Dies war offensichtlich geplant. Sie fanden auch die Absage von der Einwanderungsbehörde und einen zweiseitigen Abschiedsbrief in der Tasche.“

Der Sprecher des australischen Tamilischen Flüchtlingsrates, Aran Mylvaganam, sagte dass dieser traurige Fall ein weiterer Beweis dafür sei, dass die Flüchtlingspolitik der australischen Regierung Verzweiflung unter den Flüchtlingen und Asylsuchenden schafft. „Ich nehme an, der zuständige Minister für Einwanderung wird nur ein Achselzucken dafür übrig haben diesen Fall als Kollateralschaden
 im Krieg gegen die Asylsuchenden ansehen“, sagte er.

Advertisements

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s