Die späten Einsichten des Nimal Siripala de Silva

Von der LTTEwatch-Redaktion vom 10. April 2014

Colombo – Dass etwas gewaltig faul ist im Staate Sri Lanka, dürfte mittlerweile selbst den größten Ignoranten klar sein – nur mit dem laut aussprechen ist das so eine Sache, die leicht das Leben kosten kann. Nicht nur was die aktive Verhinderung der Aufarbeitung von Kriegsverbrechen, den Mangel an Respekt vor Presse- und Menschenrechten und die noch immer komplett fehlende Versöhnung anbelangt, gerät Sri Lanka immer mehr in Schieflage.

Korruption, Bestechlichkeit und Misswirtschaft grassieren unter den gesetzlosen Rajapaksas wie Krebs in buchstäblichen allen Bereichen des täglichen Lebens.

Weitere Stichworte: absurde Personalentscheidungenstaatlich abgesegneten Statistikschwindel, explodierende Lebenshaltungskosten, Raub, Mord, Totschlag, Vergewaltigung, Intoleranz – ganz zu schweigen von den kläglichen Versuchen von ganz oben, Mathematik neu zu  erfinden und zu „sinhalisiseren“.

Zumindest der alteingesessene „Politico“ und Vertreter der regierenden SLFP, Nimal Siripala de Silva hat nun in einer schwachen Stunde – dem vernehmen nach in einer Bar, nach einem politischen Showevent – zugegeben, dass der Sieg bei den vergangenen Provinzwahlen im Westen und Süden angesichts der ungewohnt mageren Ergebnisse eine Klatsche für das Rajapaksa-Regime darstellt. Das sei eine „rote Warnlampe“, so de Silva.

In der regimetypischen Arroganz babbelte de Silva munter weiter, dass trotz der Einrichtung von (sinnlosen) Häfen, (ebenso nutzlosen) „internationalen“ Flughäfen, (grotesk überdimensionierten) Gebäude und (nur für die High Society Sri Lankas nutzbare) Autobahnen, die (einfachen) Bürger aus Colombo und seinen Vororten nicht für die Regierung gestimmt hätten. (Bzw. nach der neuen G.L. Peiris Mathematik ja eigentlich doch, denn wenn sie sich nur enthalten haben, dann sind sie ja doch dafür – oder dagegen, je nachdem…).

Der Regierung, so sinnierte de Silva, habe „einfach nicht genug Charme“, um die Öffentlichkeit für sich zu gewinnen.

„Es wurde bei den (Provinz-) Wahlen vom 29. März klar, dass selbst die Beseitigung der Elendsviertel in Colombo und der Neubau von Wohnungen für Menschen, die in ihnen lebten, offensichtlich vergeblich war. Wir hätten sie dort lassen sollen, in ihren Mülllöchern. Dann hätten wir vielleicht ein paar Stimmen mehr bekommen“, sagte de Silva, offenbar in vollem Ernst.

Was der gute de Silva, sets im Dienste des Volkes, scheinbar nicht weiß oder wahrhaben will, sind die Umstände, unter denen besagte Slumbewohner aus ihren angestammten (oft beurkundetem Besitz) Unterkünften verjagt wurde, oft in Nacht und Nebel-Aktionen des eifrigen (manischen?) Verteidigungsstaatsekretärs und Chefs der Stadtplanung, Präsidentenbruder Gotabhaya Rajapaksa.

Den Bewohner wurden oft nur Stunden gelassen, um ihr Hab’ und Gut und schließlich sich selbst zu entfernen, bevor die Bagger ihrer Arbeit taten. Die dann erbauten Häuschen – bei uns würde man dazu „Kochzeile mit Wohnklo“ sagen (aber schön geweißt und in einer Reihe, laut Gota) – durften sich die ursprünglichen Bewohner dann gerne kaufen. Mit einer Abschlagszahlung von 100.000 Rupien und einer stattlichen monatlichen Leasingrate – beides illusorisch viel für diese meist als Tagelöhner tätigen Menschen, die dort einst wohnten.

Sirpalas Erkenntnisse gehen aber noch weiter: „Obwohl wir jetzt Autobahnen haben, braucht der Bauer die nicht, der will ja nur einen Weg haben, der zu seinem Acker und zu seinem Haus führt, er will (sauberes) Wasser für sich und die Felder.“

Wohl war, kein srilankischer Bauer, gebeutelt von anhaltender Dürre (Wasserplanung beherrschte man in Sri Lanka vor über 2500 Jahren, heute absolut nicht), fehlenden, aber lauthals zu diversen Wahlen versprochenen Sämereien, dafür aber überversorgt mit krankmachenden Dünger von Monsanto, kann es sich leisten die neuen, tollen, übrigens teuersten Autobahnen der Welt (laut Baukilometer/Kostenratio) zu nutzen. Zu hoch sind die Mautgebühren.

Präsidentenspross Nimal Rajapaksa, der erste „artifizielle Anwalt“ des Landes, hat vollkommen recht, wenn es sichnoch mehr Autorennen im Lande wünscht. Wozu sollten die Autobahnen, die nach heutigem Stand den srilankischen Steuerzahler noch bis mindestesn 2050 (!) enorm belasten werden, auch sonst gut sein…Political-Column-cartoonphoca_thumb_l_02.04.2014

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