Rajapaksa versucht, Kürbis in Reisplatte zu verstecken

Von der LTTEwatch-Redaktion vom 13. März 2014

Genf – Im Rahmen der 25. Sitzung des UNHRC in Genf wollte gestern Heiner Bielefeld (von den srilankischen, staatlich gelenkten Medien hartnäckig „Beilefeldt“ genannt) von der srilankischen Delegation wissen, wie es denn um die Freiheit der Religionen und Weltanschauungen in Sri Lanka stünde.

Professor Heiner Bielefeld ist ein anerkannter Menschenrechtler mit Lehrstuhl und er ist Sonderberichterstatter für das Büro von Menschenrechts-Hochkommissarin Navi Pillay für Fragen der Religionsfreiheit und der Weltanschauung. Was er von der srilankischen Delegation vollmundig vorgetragen zu hören bekam, muss in bass erstaunt haben.

Das Regime ließ ausrichten, dass die Angriffe auf Orte der Anbetung Einzelfälle seien und keineswegs Zeichen wachsender Intoleranz. Die Regierung würde Angriffe auf Orte religiöser Verehrung nicht dulden. In allen Fällen seien Verfahren gegen die Übeltäter in Gang gesetzt worden… Desweiteren gebe es „eine regelmäßigen Dialog, um interreligiöse Harmonie und Verständnis in der Bevölkerung zu gewährleisten.“

Die srilankische Delegation muss glauben, Herr Bielefeldt könne weder die Hauspost lesen noch das Internet benutzen. Und natürlich nciht die Newsgroups kennen, die seit Jahren jeden Angriff auflisten und feststellen, dass es seit Rajapaksa an der Macht ist, immer mehr werden.

Klar ist auch, dass es sich bei diesen Äußerungen der srilankischen Delegation bestenfalls um Wunschdenken handelt, denn bekanntlich sieht die Realität in Sri Lanka deutlich anders aus, wo sich das Regime mit radikalen buddhistischen Truppen umgibt, die regelmässig gegen Andersgläubige vorgehen und deren Überfälle meist völlig ungestraft bleiben. Selbst Minister und hochrangige Politiker sind Willkür und Angriffen, ja sogar Todesdrohungen ausgesetzt, wenn sie die „falsche“ Religion haben und es wagen, sich gegen die Übergriffe zu Wort zu melden.

Angriffe auf religiöse Minderheiten sind an der Tagesordnung in Sri Lanka und es gibt keinen Weg, diese Tatsache unter den Teppich zu kehren. Oder, wie es Justizminister Rauff Hakeem kürzlich im lautstarken Streit (deswegen, und weil seine Partei es gewagt hatte, einen eigene Bericht über religöse Übergriffe auf Muslime nach Genf zu schicken) dem Präsidenten sagte: „Dies abzustreiten ist so hoffnungslos, wie der Versuch, einen Kürbis auf einer Reisplatte zu verstecken“.

Oppositionsführer Ranil Wickremasinghe warf dem Regime kürzlich vor, dass es ganz bewusst versuche, die buddhistische Gemeinschaft zu spalten, in dem sie die radikalen Elemente (wie die organgenen Nazis von Bodu Bala Sena) tatkräftig unterstütze. Der UNP-Führer forderte alle wahren Buddhisten des Landes auf, sich mit aller Macht gegen diese Anti-Buddhistische Entwicklung zu stellen. Einen Teilerfolg konnte er mit seinem Aufruf schon erzielen. Die zweitgrößte buddhistische Schule des Landes hat mittlerweile ihren Mönchen verboten, sich politisch zu äußern oder gar in die Politik zu gehen.

Und nun wird auch deutlich, dass der Vorstoß der ehemaligen Präsidentin Sri Lankas, Chandrika Bandaranaike Kumaratunga (CBK) zu keinem schlechteren Zeitpunkt für das Rajapaksa-Regime kommen konnte, das derzeit – zum dritten Mal in eben so vielen Jahren – auf dem Grill des UNHRC liegt.

Natürlich war das wohlkalkuliert, den CBK stellte ebenfalls gestern einen ersten Bericht vor, (ostentativ im Beisein der versammelten Oppositon des Landes) den ihr Think Tank, das South Asia Policy and Research Institute (SAPRI) unter Mitwirkung von Vertretern aller Religionen erstellt hat.

In dem Bericht und dem angehängten Massnahmenpaket wird nicht nur festgestellt, dass es immer mehr Übergriffe auf Stätten des Anbetung von Christen, Hindus und Muslimen gibt, sondern auch, dass dagegen etwas unternommen werden müsse – und zwar dringend, bevor der vielbeschworenen Mulitreligions-Staat Sri Lanka daran zu Grunde gehe oder gar auf einen weiteren Bürgerkrieg zusteuere.

Eigentlich hätte soetwas von der derzeitigen Regierung kommen müssen – und zwar schon vor langer Zeit. Doch diesen Bonus schiebt sich nun die – möglicherweise, den noch gibt sie sich bedeckt  – nächste gemeinsame Kandidatin für die Präsidentschafstwahl gerne selber ein.

CBK kündigte auch schon an, dass sie diesen Bericht und die darin enthaltenen, gemeinsam mit den Führeren der Religionen in Sri Lanka erstellten Verbesserungsvorschläge direkt an den UNHRC liefern werde. Gerne aber, so sagte sie, werde sie vorher dem Präsidenten zeigen (… was er versäumt hat… ), was da so vorbildlich erstellt wurde.

Mylady verspritzt noch immer gerne Vitriol, bei aller Liebe zur Freiheit der Religionen.

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