Ex-Zensor zensiert: Hulugalle darf Sri Lanka nicht verlassen

Von der LTTEwatch-Redaktion vom 23. Februar 2014

Colombo – Der wegen einer Bordell-/Casino-/Ehe-Affäre gestrauchelte und bei den Rajapaksas in Ungnade gefallene Lakshman Hulugalle fällt immer tiefer, fast erweckt er Mitleid. Der ehemalige Generaldirektor des Medienzentrums für Nationale Sicherheit (MCNS) verlor mittlerweile nicht nur alle seine bisherigen Pfründe und diffusen Einkommen, wie genüßlich von der lokalen Presse breitgetreten – sondern auch mehrfach die Nerven.

Hulugalle war ehemals ein enger Vertrauter des Sekretärs des Verteidigungsministeriums und Präsidentenbruders Gotabhaya Rajapaksa und in verschiedenen Sicherheitskapazitäten in den letzten Tagen des Krieges gegen die LTTE eingesetzt worden. Hulugalle, das war die srilankische Version von Julius Streicher.

Hulugalles Stern began zu sinken, als die Website des MCSN gehackt und die Email-Adressen aller „informellen Mitarbeiter“ veröffentlicht wurden.

Präsident Rajapaksa hatte im Dezember 2013, nach einer weiteren Affäre Hulugalles, in deren Folge er 25 Polizisten strafversetzen ließ, um Ermittlungen gegen seine Geliebte, eine Bordellbesitzerin zu verhindern, rückwirkend zum November d.J. das MCNS aufgelöst und Hulugalle von seinem Posten mit sofortiger Wirkung entlasten. Nach und nach wurden Hulugalle auch alle anderen politischen Posten und Positiönchen im staatlichen Selbstbedienungssystem der Rajapaksas aberkannt.

Hulugalle rastete in der Folge, offenbar angetrunken, mehrfach in der Öffentlichkeit aus. Er drohte unter anderem damit,das Regime, das er bis dato so vehement uunterstützt hat, zu entblößen und der Welt zu erzählen, was er wisse. Dafür forderte er Asyl in einem westlichen Land.

Die Tatsache, dass Hulugalles Ansinnen, Staatsgeheimnisse gegen Asylgewährung zu verraten, auf der Website eines Regierunsgangehörigen sogar veröffentlicht wird, darf, so Analysten, getrost als deutliche Warnung an alle anderen potentiell fahnenflüchtigen Geheimnisträger des Landes verstanden werden.

Hulugalle steht ab sofort auf einer „schwarzen Liste“ – dies berichteten Flughafen-Angestellte gegenüber einer srilankischen Online-Zeitung. Er darf das Land ohne ausdrückliche „Genehmigung“ des Geheimdienstes SIS bis auf weiteres nicht verlassen.

Ex-Sicherheitsmann Hulugalle ist selbst offenbar zum Sicherheitsrisiko für das Regime geworden. Für andere in Sri Lanka endete das bisher oft tödlich…

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