Demo gegen das Verschwinden von Lalith und Kugan

Übersetzt von der LTTEwatch-Redaktion aus BBC News vom 11. Dezember 2013

Von Charles Haviland

Colombo – Hunderte von Sri Lanka demonstrierten in Colombo und forderten dabei, den Aufenthaltsort von zwei Aktivisten, die vor zwei Jahren verschwunden sind, preiszugeben.

Lalith Weeraraj und Kugan Muruganathan organisierten Kundgebungen gegen das politisch motivierte Verschwinden von Menschen, bevor sie selbst offenbar im Norden des Landes entführt wurden.

Die Demo fand am zweiten Jahrestag ihres Verschwindens statt.

Die protestierende Menge machte die Regierung und die Sicherheitskräfte verantwortlich, aber die bestreitet wie stets ihr Engagement in den Entführungen.

Er ins Krankenhaus eingeliefert wurde: Bei einer weiteren Demonstration für Menschenrechte im Osten des Landes wurden die Demonstranten von Anhängern des Regimes angegriffen und verletzt angegriffen. Ein Mann wurde mit schwereren Verletzungen ins Krankenhaus gebracht.

Sri Lanka hält einen Rekord an gewaltsam  verschwunden Menschen in der Welt – die Vereinten Nationen sagen, es gebe mehr als 5.000 Fälle, und diese Zahl beziehe sich nur auf diejenigen, die auch von Menschenrechtsorganisationen registriert und dokumentiert wurden.

„Lasst endlich Lalith und Kugan frei und stoppt Entführungen und Folter„, skandierte die Menge am Dienstag auf der Demonstration.

Viele dieser Entführungen sind aus den 1980er und 1990er Jahren, aber Aktivisten sagen, Hunderte von Menschen, vor allem Angehörige der ethnischen Minderheit der Tamilen, verschwanden erst nach dem Sieg  der Regierung gegen die Tamil Tigers (LTTE) im Jahr 2009, darunter viele, die sich nach der Kapitulation den Regierungstruppen ergeben hatten.

„Mein einziger Sohn“

Lalith Weeraraj und Kugan Muruganathan verschwanden in der Nähe von Jaffna während der Vorbereitung zu einer Demonstration im Jahr 2011 anlässlich des Welt-Tages der Menschenrechte.

Lalith Kumar Weeraraju organisierten Demonstrationen im Namen der Familien der fehlenden Menschen.

Unter Plakaten, die von den etwa 500 Demonstranten hochgehalten wurden waren auch Darstellungen von weißen Lieferwagen – (White Vans) der Typ eines Fahrzeugs, der regelmäßig mit dieser Art der Entführer verbunden wird – mit dem Wort „NEIN!“ darunter.

„Lalith ist mein einziger Sohn. Ich glaube, dass er noch am Leben ist“, sagte sein Vater, Arumugam Weeraraj, gegenüber der BBC. „Er hat nichts Falsches getan. Er hat nur leidenden Eltern versucht, zu helfen.“

Arumugam Weeraraj sagte, sein Sohn, der halb tamilischer und singhalesischer Absatmmung sei deshalb gut positioniert, um in solchen Situationen zu helfen, da er fließend beiden Sprachen beherrscht.

Pubudu Jayagoda, Sprecher einer linken Gruppe, in denen die beiden Männer arbeiteten, sagte, dass, weil die beiden in einer Hochsicherheitszoneentführt worden waren „wir glauben, dass die Regierung und die Sicherheitskräfte dafür verantwortlich sind“.

Jayagoda behauptete, ihr Motorrad sei später in einer Polizeistation gefunden worden und fügte hinzu, an die Regierung gewandt: „Beenden Sie sofort alle Entführungen“.

Doch Polizeisprecher Ajith Rohana, wies die Verdächtigung, dass die beiden die Männer in Gewahrsam genommen wurden, zurück. „Wir wissen nicht, was passiert ist. Niemand hat es gesehen,“ sagte er und fügte hinzu, dass ein Team von Ermittlern noch in in der Sache tätig sei.

In der östlichen Stadt Trincomalee, die durch den Krieg stark betroffen war, wurde eine weitere Demonstration gegen das Verschwindenlassen von Menschen von einer teilweise vermummten Pro-Regierungs-Gruppe angegriffen.

Einer der Organisatoren wurde verletzt ins Krankenhaus eingeliefert. Polizeisprecher Rohana sagte, eine Suche nach dem Täter oder den Tätern sei im Gange.

In Jaffna hielten Mitglieder des neu gewählten Northern Province Rates, der von der Regierungs-Opposition Tamil National Alliance kontrolliert wird, legte einen Protest in den Räumlichkeiten des Rates zum Tag der Menschenrechte ein.

Sie hielten Plakate und riefen Forderungen aus nach Gerechtigkeit für das, was sie als den Völkermord an Tamilen in der letzten Phase des Bürgerkriegs beschrieben; außerdem verlangten sie Fortschritte und Transparenz bei der Suche nach ehemaligen Tamil Tigers, die als vermisst gelten sowie eine Untersuchung mutmaßlicher Kriegsverbrechen.

Provinz Chief Minister C.V. Wigneswaran, nahm stumm an der Demonstranten teil.

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