Fall Rexian: Erster politischer Mord seit dem Ende des Krieges?

Von der LTTEwatch-Redaktion vom 30. November 2013

Delft – Daniel Rexian (47) alias Rajeew, der Vorsitzende der lokalen Regieurungsvertretung auf Delft, wurde am vergangenen Dienstag angeschoßen in seinem Büro aufgefunden. Auf dem Weg ins Krankenhaus von Pungudutheevu starb er. Zunächst hatte die örtliche Polizei behauptet, es handle sich um Selbstmord, war aber dann zurück gerudert und hatte zugegeben, dass man Schußwunden am Körper des Tioten gefunden hatte. Die Kugeln stammten von einer 9 mm Pistole – wie sie die Marine als Handfeuerwaffe benutzt – am Tatort waren jedoch keine Hülsen gefunden worden. Rexian gehörte Minister Douglas Devanandas EPDP an und war – wie sein Parteichef – ein ehemaliger LTTE-Kader, der schon vor Ende des Krieges die Seiten gewechslet hatte.

Delft ist die größte Insel vor Jaffna und am weitetsten von Sri Lanka entfernt. Delft gilt als Hochburg der EPDP (= Eelam People’s Democratic Party), die hier ihren einzigen Wahlkreis mit 91% der abgegebenen Stimmen bei der letzten Wahl erobern konnte. Im Krieg war Delft lange Zeit fest in der Hand der LTTE.

Laut lokalen Gerüchten hatte er in letzter Zeit Streit mit den am Ort stationierten Marineeinheiten, da er ein Denkmal zur Erinnerung an eine Gruppe von Zivilisten errichten wollte, deren Boot von Einheiten der Marine versenkt worden war.

Offizielle Stimmen behaupten indes, dass die Tötung das Resultat von innerparteilichen Streitigkeiten war. Doch was auch immer der Hintergrund: damit scheint der Fall Rexian der erste politische Morde im Norden seit dem Krieg des Krieges gegen die LTTE zu sein. Die Polizei von Kayts, in deren Zuständigkeitsbereich Delft fällt, gibt sich schmallippig – man habe Untersuchungen aufgenommen.

RexiansTod fällt in die tamilische Trauerwoche, welche das Regime mit allen Mitteln unterbinden will. Trauerfeierlichkeiten für Angehörige einer terroristischen Organisation seien untersagt, heißt es offiziell.

Gleichzeitig wurde bekannt, dass der Priester der Kirche Our Lady of Guadalupe in Trincomalee, Pater S.S. Johnpillai,  eine Anzeige bei der örtlichen Polizei gemacht hat. Hintergund: der Priester war von mehreren Männern, die behaupteten, sie seien von einem der neuen srilankischen Geheimdienste, bedroht worden, weil er angeblich Trauerfeierlichkeiten für den getöteten LTTE-Führer Prabhakaran abgehalten habe.

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