The Times: Gotabhayas lukrativen Organhandel im Visier

Von der LTTEwatch-Redaktion vom 13. November 2013

Colombo – Ausgerechnet in der für das auf Imageaufbesserung so fixierte Rajapaksa-Regime so wichtige CHOGM-Woche legen Recherchen der britischen Zeitung The Times nahe, dass in Sri Lanka ein schwunghafter Handel mit menschlichen Organen  – hauptsächlich Nieren – betrieben wird. Die Kunden kommen hauptsächlich aus Großbritannien.

Die wichtigsten Rolle spielt bei dem illegalen Organhandel das ehemalig renommierte Apollo-Hospital in Colombo, das, seit es unter dem geschäftsführenden Vorsitz des Präsidentenburders und Verteidigungstaatssekretärs Gotabhaya Rajapaksa steht, Lanka Hospital heißt.

Zig-Tausende von britischen Pfund müssten Patienten zahlen, um beispielsweise an eine Zweitniere zu kommen, so der Times-Reporter, der sich mit einem Vermittler im indischen Bangalore traf unter dem Vorwand, für einen Verwandten eine Niere zu suchen. Bangalore giilt als weltweites Zentrum für illegalen Organhandel.

Man habe die Wahl, sagte der Vermittler, ein gewisser Antonio Kanickaraj, ob eine indische oder britische Niere gewünscht werde. Die Kosten für die Operation in Colombos Lanka Hospital beliefen sich auf rund 25.000 Pfund (ca. 25.000 Dollar), hinzu käme eine Kompensation in Höhe von etwa 35.000 Dollar für den Spender, von diesem Betrag würde auch seine, Kanickarajs, Kommission abgehen.

Um alle rechtlichen Hürden für eine Operation zu vermeiden, würde der Spender dadurch dem Patienten auch die Niere “kostenlos aus humanitären Gründen“ feilbieten.

Die Vorwürfe schüren Sorgen über den steigenden Schwarzmarkt-Handel mit menschlichen Organen in vielen Teilen der Welt, einschließlich Südasiens.

Gotabhaya Rajapaksa betreibt unter anderem auch eine Security-Firma, deren Anwesenheit in sämtlichen Schul-und Universitätsbetrieben des Landes zur obligatorischen Pflicht erklärt wurde. Außerdem wird gemunkelt, die Firma biete international Söldner samt Waffen für diverse Zwecke zur „Miete“ an.

In letzter Zeit werden immer mehr „Nebenverdienste“ der regierenden Rajapaksa-Familie ans Licht der Öffentlichkeit gezerrt – wohl von Neidern im System -, und von regierungskritischen Medien veröffentlicht.

Gotabhaya Rajapaksa wird in seiner Funktion als Staatssekretär der Verteidigung verdächtigt, im Krieg gegen die LTTE, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit befohlen zu haben. Gotabhaya Rajapaksa hat diese Vorwürfe bislang stets zurück gewiesen.

In letzter Zeit jedoch fordert er jedoch seine Kritiker heraus, den Internationalen Gerichtshof in Den Haag deswegen anzurufen – wohl auch, weil bislang die Namen der wichtigsten Zeugen (z.B. von Channel 4, das diese Aussagen und die von Zeugen gemachten Bilder und Videos für ihre Dokumentationsriehe über die Kriegsverbrechen in Sri Lankas Krieg verwendeten) aus naheliegenden Gründen geheim gehalten wird.

Nach Recherchen von LTTEwatch gibt es beim Internationalen Gerichtshof schon längst eine Akte „Rajapaksa & Co“…

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