Wochen nach „Raubüberfall“ auf Journalistin Abeywickrema Null Ergebnisse

Übersetzt von der LTTEwatch-Redaktion aus einer Pressemitteilung von Networking for Rights (NfR) vom 9. Oktober 2013

Colombo – Die Organisation (srilankischer) Journalisten im Exil „Networking for Rights“ (NfR) stellt mit großer Besorgnis fest, dass , obwohl es mehr als ein Monat her ist, seit dem angeblichen „Einbruch“ in der Residenz von Mandana Ismail Abeywickrema, der stellvertretenden Chefredakteurin des Sunday Leader, bislang keine ernsthafte Untersuchung stattgefunden hat, um die Schuldigen zu Buche zu bringen und um herauszufinden, was die wahren Gründe hinter dem angeblichen Raub sind. Frau Ismail Abeywickrema ist auch Präsidentin der neu gegründeten Gewerkschaft von Journalisten Sri Lankas.

NFR ist weiterhin bestürzt darüber, dass die Leitung des Sunday Leader sowohl Ismail Abeywickrema und ihren Ehemann Romesh, Geschäftführender Redakteur der Zeitung, fristlos entlassen hat, nachdem beide aus Sri Lanka flohen in Angst um ihr Leben, ohne den ordnungsgemäßen Prozess der Kündigung.

Das Haus der beiden Journalisten wurde, wie vielfach berichtet, von bewaffneten „Räubern“ bei zwei Gelegenheiten im August dieses Jahres überfallen.

In den frühen Morgenstunden des 24. August stürmte eine Gruppe von fünf Männern mit Messern und Handgranaten bewaffnet das Haus von Ismail Abeywickrema Wohnsitz und durchsuchten das Anwesen fast 3 Stunden lang – offenbar waren bestimmte Dokumente im Zusammenhang mit dem Krrish-Skandal ihr Ziel. Die Dokumente sollen belegen, dass zwei Mitglieder der regierenden Familie Rajapaksa Bestechungsgelder erhalten hatten, um den Deal einzufädeln, der bis heute nicht ordnungsgemäß ausgeführt wurde. Fotografische Beweise, von den Medien veröffentlicht, zeigen, dass die sogenannten Räuber Dokumente durchsucht hatten und dabei immer wieder Todesdrohungen gegen Mandana Ismail Abeywickrema, ihre halbwüchsige Tochter sowie ihre Mutter ausstießen.

Die Bande hatte gedroht, Frau Ismail Abeywickrema zu entführen, wenn sie nicht in der Lage wären, die Dokumente, die sie suchten, zu finden. Laut Frau Ismail Abeywickrema erhielt die Bande mehrere Anrufe während sie durch ihre Dokumente wühlten; Anrufe, die leicht zurückverfolgt werden könnten, wenn die Behörden bei ihren Ermittlungen aufrichtig wären und ernsthaft vorgingen.

Bald nach dem „Raub“ wurde berichtet, dass zwei der „Räuber“ bis vier Tage vor der Tat Angehörige des Militär gewesen waren.

NFR erfuhr auch, dass nur wenige Tage vor dem Vorfall die Reifen des Fahrzeugs der Familie aufgeschlitzt worden waren, während der Körper einer toten Katze vor ihrer Haustüre abgeladen aufgedunden wurde.

Weitere Bedenken werden geäußert, dass Ismail Abeywickrema das Opfer eines anhaltenden Angriffes seitens Regierungskräften ist aufgrund eines Berichts in der singhalesischen Zeitung , Divaina, wonach sie zusammen mit der Informations Officerin der US-Botschaft, Juliana Spaven, ein geheimes Dokument zu der Weliweriya-Schießerei vorbereite, das an Navanethem Pillay übergegeben werden soll, der UN-Hochkommissarin für Menschenrechte, die Sri Lanka vor kurzem auf einer Fact-Finding-Mission besuchte.

NFR ist besorgt darüber, dass die Polizei noch immer darauf besteht, dass es sich um „einen einbruch mitRaub“ handle“, während die Bande  – offenbar dazu beauftragt –  mehrere Stunden damit verbrachte, das Haus nach den fraglichen Dokumente zu durchsuchen – nachdem sie der Deaktivieren der Telefonleitungen.

Auch andere Angriffe und Attentate auf Mitarbeiter von Medien sind bislang ungelöst. Dies birgt den starken Verdacht, dass, wenn auch kein echter Versuch der Behörden unternommen wird, die Terrorisierung der Mitarbeiter der Medien zu beenden, solche Angriffe nur die Tagesordnung der Regierungen Tagesordnung stärken, freie Rede zu unterdrücken.

Daher fordert NFR die srilankische Regierung auf, ernsthafte Bemühungen zu starten, und auf die Angriffen auf Mitarbeiter der Medien mit allen rechtlichen Mitteln zu regieren und sicher zu stellen stellen, dass die Polizei die Täter vor Gericht bringt.

Ebenfalls appellieren wir an die Verwaltung des Sunday Leader, die Kündigungen zurückzunehmen und ein ordnungsgemäßes Verfahren zu gewährleisten, wenn die eigenen Mitarbeiter gezwungen sind, aus Gründen ihrer Sicherheit aus dem Land zu fliehen.

***
Anmerkung der LTTEwatch-Redaktion: Mandana Ismail Abeywickrema wollte ursprünglich „nach ein paar Monaten“ zurück kehren – danach sieht es momentan nicht aus.

Sie schriebt mittlerweile, nach ihrer fragwürdigen Kündigung beim Sunday Leader, der von einem Strohmann Rajapaksas übernommen wurde, für den Colombo Telegraph, ein regierungskritisches Onlineblatt, das nicht in Sri Lanka hergestellt wird. Offenbar funktioniert zumindest ihr Informantennetz noch bestens, wie ihr jüngster Artikel zeigt, der sich mit dem beginnenden Zerfall der Regierungskoalition beschäftigt und mit vielen Details brilliert.

Wo Sie sich derzeit mit ihrer Familie aufhält, ist unbekannt. Auch Mandana Ismail Abeywickrema unmittelbare Vorgängerin, Frederica Jansz, musste das Land fluchartig verlassen, nachdem sei vom Bruder des Präsidenten mit dem Tode bedroht worden war.

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