The Economist: Srilankische Armee hat Kriegsverbrechen begangen

Von der LTTEwatch-Redaktion vom 15. Oktober 2013

Neu Delhi – Der Südasien-Bürochef des „Economist“, Adam Roberts, sagte bei der Einweihungskonferenz der Jamia Millia University in New Delhi, dass die srilankische Armee nicht nur den Sohn des LTTE-Führers, den 12-jährigen Balachandran, während der letzten Phase des Krieges hingerichtet habe, sondern dass sie auch andere Gefangene LTTE-ler kaltblütig, mit auf dem Rücken gefesselten Händen erschossen habe. Diese Verbrechen, so Roberts wären vermutlich nie ans Licht gekommen, wenn die die SL-Soldaten nicht ihre eigenen Greueltaten auf den Kameras ihrer Handies aufgenommen hätten und diese Aufnahmen untereinander getausch hätten.

Roberts sprach vor einer großen Gruppe von Journalisten aus Indien, Pakistan, Australien, Iran, Malaysien, Bangladesch, Singapur, Afghanistan, Sri Lanka, Bhutan, den Malediven und Nepal in der Aula der neugegründeten Jamia Millia Islamia Universität in Neu-Delhi. Die Zeitung The Economist hatte die Konferenz zusammen mit dem  International Committee of the Red Cross (ICRC), dem Nelson Mandela Center for Peace and Reconciliation organisiert. Bei diesem Anlass wurden auch die Dokumentarfilme des bristischen Senders Channel 4 gezeigt („Sri Lankas Killing Fields“), in denen die Aufnahmen der Soldaten eine wichtige Rolle spielen.

Ein Offizieller des rilankischen Verteidigungsministeriums, der nicht genannt werden wollte, zitierte des Staatssekretär des Ministeriums, Präsidentenbruder Gotabhaya Rajapaksa in Antwort auf Roberts erneut wiederholte Vorwürfe und behauptete, diejenigen, die diese Anschuldigung vorbrächten, würden es nicht wagen, Umstände und Tod von Osama bin Laden, des ehemaligen Führers der Terrororganisation Al-Qaida, vor zwei Jahren in Frage zu stellen. Die Channel 4 Videos seien allesamt „Fälschungen“. Der Offizielle, den die regierunsgtreue Zeitung The Island zitierte, gab aber auch zu, dass man mit einer Zuspitzung der Lage bezüglich der Kriegsverbrechen-Vorwürfe gegen die Rajapaksa-Regierung nach dem Commonwealth Heads of Government Meeting (CHOGM).

Dem widersprechen einige Analysten – sie rechnen vielmehr damit, dass einige Commonwealth-Staatsoberhäupter die Gelegenheit in Sri Lanka nutzen werden, um das Thema direkt bei Präsident Rajapaksa – einmal mehr – anzusprechen.

Der ehemalige norwegische Minister und Friedens-Unterhändler im Krieg Sri Lankas mit der terroristischen LTTE, Erik Solheim, sagt inzwischen öffentlich, dass die eklatanten Dementis der Regierung über die Frage der Menschenrechte und deren Weigerung, eine ordentliche Untersuchung der Kriegsverbrechen-Vorwürfe einzuleiten nur die Entschlossenheit derer fördere, die sich für Menschenrechte einsetzen.

Solheim reagierte damit auf eine Äußerung von Regierungssprecher und Medienminister Keheliya Rambukwella, der die alte Behauptung des Rajapaksa-Regimes wiederholt hatte, es habe keine zivile Opfer gegeben und man keine Menschenrechtsverletzungen begangen habe. Bestenfalls habe es „isolierte Vorfälle“ gegeben.

Solheim, der jetzt den Vorsitz im Ausschuss für Entwicklungshilfe der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung  inne hat, sagte widerum, die Einlassung der UNO selbst, sie habe Fehler gemacht in der letzten Kriegsphase in Sri Lanka und den Versicherungen des Rajapaksa-Regimes, die Zivilisten seien in Sicherheit, Glauben geschenkt, ein unerhörter Präzidenzfall sei, auf den mit Sicherheit reagiert werde.

Advertisements

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s