Lankas Krieg gegen Medien: Journalistin flieht nach Drohungen

Von der LTTEwatch-Redaktion vom 19. September 2013

Colombo – Eine weitere, regierungskritische Redakteurin hat aus Angst um ihr Leben Sri Lanka Hals über Kopf mit unbekanntem Ziel verlassen müssen. Sie soll im Besitz von Unterlagen sein, die die Verwicklung von Präsidentensohn Namal Rajapaksa sowie dem Bruder des Präsidenten, Gotabhaya Rajapaksa, in einem Grundstücksdeal der Regierung mit der indischen Investorengruppe Krrish aufzeigen, die belegen, dass die beiden erhebliche Bestechungsgelder bezogen haben, wie Lanka News Web berichtet. Auch soll der Chef des Börsenaufsicht in dem windigen Deal involviert sein.

Das Haus der leitenden Redakteurin, Mandana Ismail Abeywickrema, wurde von einer Gruppe angeblicher Armee-Deserteure überfallen und stundenlang durchsucht, sie selbst, ihre Tochter und Mutter misshandelt und geschlagen. Zu Abeywickremas Glück kam ihr Ehemann früher nach Hause und alarmierte die Polizei, die nach einem Feuergefecht die Einbrecher festnehmen konnte. Dabei starb einer von ihnen, drei Polizisten wurden verletzt. Im Garten fand die Polizei eine Handgranate, die offenbar von den Tätern mitgebracht worden war.

Inzwischen wurde bekannt, dass der führende Berater des Außenministeriums, der enge Präsidentenfreund Sajin Vass Gunawardena, die Männer beauftragt hatte, die Unterlagen zu finden und nötigenfalls Abeywickrema zu entführen, um an sie zu kommen.

Mandana Ismail Abeywickrema, die für den Sunday Leader arbeitet, hatte schon vorher Mordrohungen erhalten. Der Grüdnungsherausgeber der regierungskritischen Zeitung, Lasantha Wickrematunge war im Januar 2009 auf offener Straße in einer der damals noch üblichen „Hochsicherheitszonen“ erschoßen worden. In einem noch vorher geschriebenen Leitartikel beschuldigte Wickreamtunge Präsident Rajapaksa als Täter, sollte ihm etwas passieren… Bislang wurde kein Täter angeklagt.

Im September letzten Jahres entließen die neuen Besitzer der Zeitung (ein enger Freund der Familie Rajapaksa) Wickrematunges Nachfolgerin, Frederica Jansz, weil diese sich weigerte, ihre Kritik am Regime zu verwässsern. Überdies bedrohte Gotabhaya Rajapaksa sie persönlich telefonisch mit dem Tode. Nach weiteren Morddrohungen floh sie in die USA.

Nach Angaben des Free Media Movement (FMM) haben, seit Mahinda Rajapaksa und seine Familie 2005 an die Macht kamen, mindestens 80 Journalisten das Land verlassen, weil sie persönlich bedroht wurden.

Das Militär räumte ein, dass zwei der fünf Männer, die an dem Überfall auf Mandana Ismail Abeywickrema beteiligt wafren, Soldaten seien, die jedoch Armee verlassen hätt. Die Armee bestritt, dass Sicherheitskräfte hinter dem Verbrechen stecken. Die Familien der Einbrecher sagten jedoch inzwischen aus, sie würden bedroht und gewarnt davor, etwas zu sagen…

Die Polizei, die einen der Eindringlinge erschoß, besteht darauf, das es „ein ganz normaler Raubüberfall“ sei, der nichts mit Abeywickremas Arbeit bei der Zeitung zu tun habe.

Abeywickrema äußerte sich mehrfach sich kritisch über die Regierung in ihrer politischen Kommentaren und vor kurzem rief sie eine Gewerkschaft für Journalisten ins Leben, da die bestehende Organisation mehr und meghr von Rajapaksa-Freunden unterwandert wird.

Wohin Abeywickrema floh, ist ungewiss. In einem ersten Interview per E-mail sagte sie jedoch, sie werde „schon bald“ wieder zurückkehren.

Wenn sie ihre offenbar brisanten Krrish-Dokumente veröffentlicht hat? Im Zuge der Gerüchte über Bestechungsgelder verließen zahlreiche Geldgeber schlagartig die Unternehmensgruppe und brachten diese damit in Schieflage, obwohl diese verzeifelt versuchte, die Gerüchte zu entkräften.

Mehrere internationale Journalisten-Organisation verdammten das Verhalten des Rajapaksa-Regimes und forderten die Regierung auf, ihre Angriffe auf Vertreter der Medien zu unterlassen.

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