Sri Lankas Rezept für den erneuten Misserfolg

Übersetzt von der LTTEwatch-Redaktion aus Saudi Gazette vom 14. August 2013

Colombo – Auch die arabische Gemeinschaft ist entsetzt über die von der Regierung offenbar geduldeten, gewalttätigen Ausschreitungen von Anhängern der nationalistischen Gruppe BBS gegen die Muslime Sri Lankas. In deutlich formulierten Artikeln wie dem nachfolgenden, werden die Regierungen der arabischen Golfstaaten von den Medien aufgefordert, das srilankische Rajapaksa-Regime in die Schranken zu weisen. Die dabei geäußerten, ganz und gar nicht unterschwelligen Drohungen dürften auch für das Rajapaksa-Regime zu verstehen sein:  

Von Tariq A. Al-Maeena

Ein einmal beganger Fehler wird von einer rationalen Einheit nur selten wiederholt. Doch das ist nicht der Fall bei der derzeitigen Regierung von Sri Lanka. Es wird zunehmend offensichtlich, dass nach dem fast 30-jährigen Krieg mit der tamilischen Minderheit die srilankischen Herrscher ihre Lektion absolut nicht gelernt haben.

Heute sind sie geradezu eifrig dabei die Samen der Zwietracht gegen eine andere Minderheit zu verbreiten: diesesmal gegen die Muslime auf der Insel der Srilanker. Sie ist immerhin klug genug, ihre  Schreckensherrschaft nicht offen und direkt zu unterstützen. Stattdessen schauen sie ruhig in die andere Richtung, während terroristische Gruppen wie die buddhistische Bodu Bala Sena (BBS) ihre schmutzige Arbeit für sie tun.

Vergleichbar mit den Säuberungen, die während des Nazi-Faschismus in Deutschland herrschte, hat diese Militanz der Buddhisten in Sri Lanka erst in letzter Zeit damit begonnen, seinen hässlichen Kopf von Intoleranz und Gewalt gegenüber Minderheiten der Insel zu erheben.

Man muss unterscheiden: obwohl 70 Prozent der Bevölkerung buddhistische Singhalesen sind und im Großen und Ganzen recht friedlich, ist es diese wachsende Minderheit von Militanten, die derzeit die Führung in Sachen Intoleranz und Aggression gegen die muslimische Minderheit anführen, zweifellos  angeheizt durch die stillschwiegende Ermutigung der Regierung von Präsident Mahinda Rajapaksa, der zu allem Überfluß auch noch versucht hat, die Medien des Landes dazu zu verdonnern, die wachsende Zahl der entsprechenden Vorfälle von Gewalt gegen Minderheiten entweder zu verharmlosen oder erst gar nicht zu vermelden.

In einer ominösen wie dreisten Erklärung, hatte die BBS öffentlich erklärt, dass, „dies eine Regierung von singhalesischen Buddhisten ist und dass sie singhalesisch-buddhistischen bleiben muss. Dies ist eine singhalesisches Land und eine singhalesische Regierung. Demokratischen und pluralistischen Werte töten die singhalesische Rasse…“
 
Buddhistische Mönche, Anhänger der radikalen BBS, haben muslimische Praktiken wie den Einsatz von konservativer Kleidung denunziert, die sie abfällig als „Gorilla“-Klamotten abtun (gemeint wahr vermutlich Guerilla…), und treten für ein vollständiges Verbot von Halal-Produkten für die muslimische Gemeinschaft ein. Gekleidet in weiße T-Shirts mit einem „No-Halal“-Slogan auf der Brust, trugen die BBS-Anhänger buddhistischen Flaggen und jubelten begeistert, als extremistische Bodu Bala Sena-Mönche insbesondere muslimischen Praktiken verurteilten. Auch gegen evangelikale Christen richtet soich ihre Wut; sie behaupten diese versuchten „christlichen Extremismus im Land zu verewigen“.

Solche unverantwortlichen wie ungeprüften Aussagen von den Führern dieser Terroristen haben einen rasenden Menge erzeugt, die auf Raubzug gegen Minderheiten und andersdenkende Menschen gehen. Häuser, Geschäfte,  und jetzt auch Moscheen sind zunehmend die Ziele der Zerstörung für diese militanten Massen, während die Regierung zuschaut, und so tut, als wäre nichts Schlimmes passiert.

Der Angriff auf die Moschee in Molawatte Grandpass während der Maghreb Gebete am 10. August ist ein Indiz dafür, wie ernst das Problem geworden ist. Während Muslime ihre Gebete in der Heiligkeit des Gotteshauses verrichteten, begann ein Mob von über 70 buddhistischen Militanten laut Augenzeugen mit der Zerstörung der Moschee mittels Metall-Stangen und Steinen und Flaschen. Slogans waren zu hören, wonach „dies ein singhalesisch-buddhistisches Land ist und dass die Muslime und Moscheen rausgeworfen werden sollten.“

Das ist nur eine weitere Seite in einem sich schnell füllenden Dossier von kriminellen Aktivitäten gegen Minderheiten in Sri Lanka, verübt durch und von buddhistischen Terroristen.

Wenn jetzt nicht gegengesteuert wird, könnten die Aktionen dieser Randgruppe von Fanatikern die bestehenden, friedliche Beziehungen zwischen den Singhalesen und der muslimischen Bevölkerung der Insel zum Entflammen erneuter Gewalt führen. Obwohl die Muslime derzeit noch geschockt und zurückhaltend reagieren, ist es nur eine Frage der Zeit, bis diese fanatischen buddhistischen Radikalen als Berserker ihren aufgestauten Groll und Hass gegen Muslime ausleben und die Insel in einen weiteren ethnischen Krieg führen.

Während die Mehrheit der singhalesischen Buddhisten in der Tat friedliebenden ist und Jahrhunderte im Einklang mit anderen Minderheiten gelebt hat, nimmt die Pest der militanten Buddhisten in den letzten Tagen im ganzen Land stark zu. Dies sind gefährliche Zeiten für Sri Lanka, dessen Geschichte voll ist von Beispielen, wie das gute Gewissen einer schweigenden Mehrheit von der bösartigen Rhetorik und den Aktionen einer militanten Minderheit überwunden wurde.

Mit der gemeinsamen Religion mit der Insel Minderheit der Muslime haben die arabischen Länder ein ureigenes Interesse daran, dass für deren Sicherheit gesorgt ist. Die Verfolgungen, die derzeit verstärkt begonnen haben, können und werden keinesfall toleriert werden. Die gutartige Toleranz der srilankischen Regierung gegenüber diesen militanten Gruppen muss beherzt zur Sprache gebracht werden – nötogfalls auch durch die Allianz der Erdölproduzierenden (arabischen) Länder; und das, bevor die buddhistische Militanz sich in eine Massaker großen Maßstabes verwandelt.

Ein beträchtlicher Teil des Staatshaushalts von Sri Lanka sind die Überweisungen seiner Gast-Arbeiter in den arabischen Ländern. Die arabischen Länder decken auch den Großteil des Energiebedarfs der Inselnation. Viele und häufige Besucher aus der Golfregion sorgen für Tourismus und Wirtschaft auf der Insel. Bisher waren die Beziehungen harmonisch.

Aber auch „buddhistischer“ Neofaschismus ist inakzeptabel.

Die politischen Führer der Golfstaaten müssen eine klare Botschaft an den srilankischen Präsidenten senden: Beendet sofort diese grausigen Spielchen! Agiert mit der ganzen Macht eurer Gesetze gegen diese buddhistischen Militanten!

Die Insel darf nicht sich nicht auf den gefährlichen Weg einer gewaltsamen, rassischen und ethnischen Spaltungen begeben, was nicht nur zu hemmungsloser Gewalt gegen die Muslime führen könnte, sondern auch gegen andere Minderheiten der Insel.

Nochmals, Rajapaksa! Wir werden solche Aktionen nicht dulden!

Advertisements

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s