Tod der Demokratie und Meinungsfreiheit in Sri Lanka

Übersetzt von der LTTEwatch-Redaktion aus Sri Lanka Guardian vom 21. Juli 2013

Von Pearl Thevanayagam

London – Der heutige Tag markiert 20 Jahre unabhängigen Journalismus unter schwerer staatlicher Zensur. Lasantha Wickrematunge wurde wegen seines waghalsigen Berichterstattungs-Stils ermordet; er wagte es, den Sunday Leader heute vor 20 Jahren zu gründen, ohne einen eigenen Pfennig in der Tasche.

Wickrematunge glaubte, die Wahrheit werde stets siegen, aber Wahrheit und Gerechtigkeit wichen ihm persönlich aus, denn er bezahlte mit seinem Leben für seine Aufdeckungen der Korruption der Rajapaksa-Regierung, ihren irren politischen Manövern und dem Missbrauch von öffentlichen Geldern.

Nach seinem Tod haben all‘ die die Schleimer, die auf seinem Namen ritten, nun ein Leben in Luxus in der Fremde und verdienen an Stipendien und Sympathien. Das sind Geier, die immer noch an seinen Namen verdienen, während seine Frau als ournalistin in Australien mit ihren drei Kindern ums Überleben kämpft. Die psychologischen Auswirkungen auf diese Familie ist nur schwer zu beschreiben.

Lasantha ist nicht mehr. Er wurde von Gotabhaya Rajapaksa getötet, dem Bruder des Präsidenten und Verteidigungsministers. Bisher standen keine Verdächtigen vor Gericht wegen Lasanthas Ermordung; auch nicht, wegen der anderen ermordeten, 37 oder mehr Medien Arbeiter Sri Lankas, beginnend mit Richard de Soysa im Jahr 1990.

Lasanthas Bruder, Lal Wickrematunge, enthüllte in seinem jüngsten Interview mit einer britischen Zeitung alle grässlichen Details, wie bewaffnete Männer Lasantha auf seinem Weg zur täglich Arbeit, der durch eine sogenannte Sicherheitszone führte, am 9. Januar 2009 in Ratmalana kaltblütig mit aufgesetzter Pistole erschossen.

Wer hat Sivaram alias Taraki getötet? Sivaram Leiche wurde in einem Reisfeld gefunden, das am Parlament angrenzent…

Wer tötete Aiyathurai Nadesan, den BBC-Korrespondent für Batticaloa und den Colombo Korrespondent für Veerakesari? Ist verantwortlich Douglas Devananda verantwprtlich für den Mord an Nimalarajan, dem BBC-Korrespondenten im Norden? Wo ist Prageeth Ekneliyagoda? Man stelle sich vor, was die Familien dieser Journalisten durchmachen.

Sandya, Prageeths Frau fordert den verlogenen Regierungs-Sycophant Mohan Peiris heraus (dem jetzigen Obersten Richter nach Shirani Bandaranayake fristloser wie illegaler Entlassung) wegen einer dessen zweifelhaften Aussagen in den Medien, dass er, Prageeth, im Exil in einem fremden Land lebe.

Der neue BBC-Komplex in Marble Arch in London verfügt über ein separates Büro, das Nimalarajan gewidmet ist. Aber in Sri Lanka ist er noch ein unbeschriebenes Blatt. Frances Harrison, die ehemalige BBC-Korrespondentin in Colombo und Priyath Liyanage, der Direktor des singhalesischen Service im BBC World Service in London hatte, mussten Geld sammeln, um Nimalarajan Großfamilie aus Sri Lanka zu bekommen, denn auch sie waren bedroht.

Die Auswirkungen auf die Familie von unerschrockenen und ehrlichen Journalisten, die für ihre Ehrlichkeit und Integrität ermordet wurden, sind komplex und bedürfen weiterer Kontrolle. Die seelischen Wunden in diesen Familie, werden noch lange anhalten; viel länger als ihre Nachkommen eines Tages die Frage stellen werden, warum ihre Väter sie nicht in Betracht gezogen haben und ihren Journalismus, über ihr Wohlergehen gestellt haben.

Relangi Selvarajah, lange Zeit Ansager für Rupavahini und ihr Mann wurden für ihre Forderung nach freiem Journalismus brutal ermordet. Tissanayagam von der Sunday Times ist nun im Ausland und endlich frei nach Monaten der Gefangenschaft in Colombo Gefängnis unter dem berüchtigten PTA (Prevention of Terrorism Act).

Wenn die Mörder Richard de Soysas, bewaffnete Täter unter Präsident Premadasa und die bis heute ungeschoren sind und wenn es bis heute keine Verdächtigen gibt, die vor Gericht produziert werden können, dann zeigt das nur all zu deutlich, dass etwas falsch läuft mit Sri Lankas Demokratie und vor allem mit der Justiz.

Ihrer aller Tod, das waren und sind keine gewöhnlichen Todesfälle. Diese Märtyrer für den (srilankischen) Journalismus werden das Gewissen der herrschenden Regierungen bis in alle Ewigkeit belasten.PrageethEkneligodaProtest-621x337

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