Gerechtigkeit für die Opfer von Matale? Niemals!

Übersetzt von der LTTEwatch-Redaktion aus Colombo Telegraph vom 4. Juni 2013

Von Helasingha Bandara

Das Geheimnis

Einhundert und fünfzig Menschen lagen in einem Massengrab, einige von ihnen waren schwer gefoltert worden. Sie lagen auf dem Gelände eines Krankenhauses unbemerkt, seit fast 25 Jahren begraben. Es ist fast unmöglich, sich vorzustellen, wie jemand ein so großes Grab schaufeln und 150 Menschen begraben kann, ohne dass die Außenwelt es mitbekommt, vor allem an einem öffentlichen Ort wie einem Krankenhaus. Es könnten vier Parteien sein, die darüber Bescheid wussten: die Mörder, die Unterstützer und Helfer der Mörder, die Ermordeten, und noch ein paar, die die brutale Tat als Zeugen erlebten. Die Mörder und ihre Helfer würden nicht darüber sprechen wollen, die Ermordeten wenn sie könnten, würden es wohl gerne laut hinausschreien, damit es die ganze Welt hören kann und die wenigen, die Zeuge der Gräueltat hätte sich verweigern können, ob der Möglichkeit, selbst in das  gleichen Grab mit den anderen geschoben zu werden. und so blieb das Geheimnis zusammen mit brutal ermordet Menschen über 25 Jahre lang begraben, bis eine zufällige Freilegung einiger Knochen bei Bauarbeiten alles aufdeckte.

Was bedeutet das, was sagt dies uns?

Schätzungen zufolge wurden 60.000 Jugendliche während der JVP-Aufstände durch die Streitkräfte – einschließlich der Polizei und dem Zivilschutz – getötet. Sie alle konnten nicht einfach am Straßenrand verbrannt worden, obwohl man mit einigen genau das tat. Dies bedeutet, dass es noch andere, ähnliche Massengräbern im ganzen Land geben  muss. Tausende von Menschen warten sechs Fuß tief darauf, ausgegraben zu werden, um ihre unsäglichen Geschichten erzählen zu können. Es müssen Leute geben, die diese Gräber kennen. Im Namen der Menschlichkeit sie sollten endlich vortreten und uns diese Stellen zeigen.

Warum es keine Gerechtigkeit geben wird

Der prominenteste Grund ist, dass Gotabhaya Rajapaksa zusammen mit anderen Generälen darin verwickelt ist. Gotabhaya aber ist der Bruder des Präsidenten. Viele, viele Leute können so beeinflusst werden, gegen jedwede rechtlichen Schritte gegen ihn zu protestieren. Zum Zeitpunkt der Morde waren die Mörder so etwas wie Helden für zumindesten einen Teil von Sri Lankas Gesellschaft. Zufälligerweise und viele Jahre danach, wurden die gleichen Generäle wieder zu Helden – zumindest für eine Gemeinschaft in Sri Lanka. Helden konnte damals nicht vor Gericht gestellt werden, noch können sie es jetzt, weil sie in den Augen einiger Helden waren zu jener Zeit und in den Augen der anderen, sind sie jetzt Helden.

Gotabhaya Rajapaksa

Der nächste Grund dafür, dass es keine Gerechtigkeit für die opfer von Matale geben wird, ist, dass das Land voll von Narren und unwürdigen Menschen ist. Diese Leute können von einfach allem „überzeugt“ werden, für einen Appel und ein Ei. Als Duminda Silva aus dem Krankenhaus entlassen wurde, wie viele Leute kamen da, um einen mutmasslichen Verbrecher und Mörder willkommen zu heißen? Unglaublich, oder? Es gibt keinen Zweifel daran, dass sein Parlaments-Kollege Bharatha auf Dumindas Auftrag hin erschossen wurde, selbst wenn ihm nicht nachgewiesen werden kann, dass er selbst abdrückte. Die Menschen versammelten sich dort um einen mutmasslichen Mörder, der in der Tat prompt ankündigte, dass er geradewegs zum Führer dieses Landes eilen werde, um „gesegnet zu werden“… Wo sonst können wir schon so etwas zu hören bekommen: eine öffentliche Ankündigung eines angeblichen Mörders, dass er im Begriff sei, den Präsidenten des Landes zu besuchen, um gesegnet zu werden gerecht zu werden…? Eben. Nur in einem Land voller Narren! Also wird es mehr als genug Leute geben, die dahingehend beeinflusst werden können, gegen jede Klage gegen Gotabhaya oder die beteiligten Generäle zu agitieren.

Warum nicht die SLFP?

Die Morde von Matale ereigneten sich während des Regimes der UNP. Rational gesehen sollte es so sein, dass die SLFP alle Beschwerden von Verschleppungen, Morde, Hinrichtungen ohne Gerichtsverfahren usw. untersuchte, damit die Konkurrenz und damit die UNP für immer in einem politischen Grab landet – aber geschieht nicht. Der Grund dafür ist, dass die Mörder zu einer bestimmten Gruppe von Familien gehören.

Bei einer genauen Überprüfung ergibt sich, dass die übergeordneten Positionen der Streitkräfte einschließlich die der Polizei meist von Menschen innegehalten wurden und werden, die Ortsnamen tragen wie Daramitipola, Libbokka, Gomagoda; auch einige Silvas, Pereras und Fernandos kam in Reih und Glied zu. Diese neue Klasse, von den Briten geschaffen, um deren Verwaltungskram zu erledigen, Büro-und Dolmetscharbeiten zu verrichten und sich mit dem lästigen Klerus auseinander zu setzen, konnte selbst ihren sozialen Status stark verbessern, weil sie den Herrschern nah waren. Lug & Betrug, Hinterhältigkeit, Selbstsucht, Gerissenheit und Opportunismus sind Übel, die dieser Klasse nicht fremd sind. Die törichten Söhne solcher Familien, die nicht einmal ihren qualifizierenden Schulabschluß schafften, hatte keine andere Wahl, sie mussten wegen der Position und unter dem Einfluß der Eltern den Streitkräften beitreten. Die Mitglieder solcher Familien gingen Mischehen ein und so wurden exklusive Beziehungen geschaffen wurden. Ob sie nun heute der UNP oder der SLFP angehören – es sind immer die gleichen Leute, die diese Positionen halten. Und sie können nicht gegeneinander handeln.

Zusammenfassend heißt das: Weil die Täter immer noch hochstehend und mächtig sind, mit engen Verbindungen zu der herrschenden Elite, und weil das Land voll von außerordentlich unwissenden Menschen ist und weil Mörder von den Herrschern geschützt werden, wird es nie Gerechtigkeit für die Opfer im Matale Grab geben. Noch für die Opfer in den vielen anderen, noch unentdeckten Gräbern in diesem verfluchten Land.

Trotz der Behauptung eines Wimal Weerawansa, dass die meisten dieser Opfer aktive Mitglieder der JVP waren, wird eine Fallstudie, die dieser Autor in naher Zukunft vorlegen wird, beweisen, dass dies nicht der Fall ist und dass die Mehrheit der Ermordeten unschuldige Mitglieder anderer politischer Parteien waren, die vielleicht nur gegen die UNP gelästert haben. Ihr einzige „Verbrechen“, das mit unvorstellbar schmerzhaften Tod bestraft wurde.

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