Drama um „rehabilitierte“ LTTE-Kader – Ansturm auf Botschaften

Von der LTTEwatch-Redaktion vom 29. Mai 2013

Colombo – Ex-LTTE-Kader, die in nach ihrer „Rehabilitation“ laut Regierung „konsequent in die Gesellschaft re-integriert“ wurden, suchen verstärkt ausländische Missionen und Botschaften in Colombo auf, um Asyl in den entsprechenden Ländern zu beantragen.

Gleichzeitig steigt die Zahl derjenigen, die versuchen, per Boot nach Australien zu kommen weiterhin an. Die Mehrzahl dieser Bootflüchtlinge sind jedoch nicht etwa Tamilen, sondern Singhalesen, die an den propagierten wirtschaftlichen Aussichten, die ihre Regierung verbreiten läßt, zu recht zweifeln. Wieviele dieser verzweifelten Flüchtlinge bei ihrem Versuch, mit oft völlig untauglichen Booten Australien zu erreichen, starben, ist nicht bekannt. Allein zwischen Juni und August vergangenen Jahres sind mindestens 6.000 Srilanker in Australien angekommen. Aus „politischen Gründen“ will Australien aktuellere Zahlen derzeit nicht nennen.

Die Praxis der Australier, die Asylanten auf entlegenen Insel zu „parken“ und dann nach Hause zu schicken, wo sie in Lagern und Gefängnissen wegen „Landesverrats“ landen, gilt im Lande selbst mehr und mehr als umstritten.

Hunderte von Anträgen von Ex-LTTE-Kadern aus der jüngsten Vergangenheit liegen derweil bei den verschiedenen Botschaften in Colombo vor – die meisten der Antragsteller ersuchen, den Flüchtlingsstatus aus humanitären Gründen zu erreichen.

Viele der Ex-Kader erklärten, dass, obwohl sie in die Gesellschaft integriert worden seien, sie in Isolation lebten, da die Gesellschaft sie aufgrund ihrer Vergangenheit und ihrer Verbindungen zu den Rebellen nicht akzeptierte.

Ein weiterer Grund ist, dass die Ex-Kader auch nach ihrer Freilassung von den Sicherheitskräften ständig kontrolliert werden, mit „Meldetagen“, an denen sie sich, egal, wo sie sich niedergelassen haben, in ihren ehemaligen Rehabilitationslagern melden müssen  – wodurch ein normales Leben unmöglich gemacht werde. Oft finden die heimkehrenden Ex-Kader auch ihren Besitz besetzt und beschlagnahmt durch die Armee wieder.

Ein Ex-Kader, der die Anerkennung als Flüchtling im Ausland beantragt hatte, sagte: „Als Ergebnis davon, dass unserer Freunde und Verwandte und insgesamt die Gesellschaft Probleme damit haben, uns wieder aufzunehmen, haben viele von uns beschlossen, den Flüchtlingsstatus im Ausland zu suchen. Mit Bezug auf meine Bewerbung, wurde ich von einer ausländischen Botschaft in Colombo für ein Interview eingeladen; ich sah dort mehrere Bewerber, die in der gleichen Position wie ich es bin sind, und die ebenfalls den Flüchtlingsstatus beantragt haben.“

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